Mein Essen wohnt vor meiner Tür

Ich habe das Gefühl, dass immer mehr Menschen den Besuch der Würzburger City als reine Belastung mit hohem Stressfaktor empfinden. Das zumindest ist mein Eindruck wenn ich am Unteren Markt an der Bratwurstbude mit meiner „Geknickten“ in der Hand stehe und in die Gesichter der vorbeikommenden Besucher blicke. Dabei würde ich ihnen gerne zurufen wollen: bleibt doch bitte mal stehen, atmet zweimal kurz durch und lasst euch inspirieren von den wundervollen Produkten die es hier zu entdecken gibt!

Im Urlaub hab ich Zeit für sowas

Das lässt mich an die vielen Urlaubsgeschichten denken die ich von Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen gehört habe. In ihren Erzählungen von tollen Stränden, idyllischen Berghütten, beeindruckenden Kirchen und den kulinarischen Genüssen des jeweiligen Landes taucht auch immer ein lebendiger und geschäftiger Marktplatz auf. Ein Ort an dem man sich von den Gerüchen der regionalen Produkte hat treiben lassen und bei diesem mediterranen Feeling intensive Lebensfreude empfand.

Warum vergessen wir das so schnell wieder?

Ich beisse von meiner „Geknickten“ ab und schaue mich um. Regionale Produkte so weit mein Auge reicht. Von der mich umgebenden Geschäftigkeit lasse ich mich treiben und atme die Gerüche heimischer Kräuter und Produkte ein. Obst, Gemüse, Öle, Eier, Säfte, Fleisch- und Wurstwaren, Käse und weitere Feinkostspezialitäten verführen mich und ich laufe mit meinem eben erworbenen Feldsalat aus der Region die wenigen Meter runter an den Main und genieße am Mainufer zwischen Alter Mainbrücke und dem Alten Kranen das mediterrane „Mee-Feeling“ – des is dort wo die Meefischli drin schwimmen.

Bratwürste mit Kraut vom Meegärtle in Veitshhöchheim

Wer nicht in die Würzburger Innenstadt fahren möchte um regionale Produkte zu kaufen kann das natürlich auch jeden ersten Samstag im Monat vormittags auf dem Bürgerbräu Gelände. Hier wird Einkaufen zu einem echten Feelgood-Day! Ich beginne meinen Tag dort im Cafe Glück & Gut mit einem herzhaften Frühstück. Die Mitarbeiter sind super freundlich und zuvorkommend und empfehlen auch gerne die vegane und die veggie Frühstücksvariante. Anschließend schlendere ich runter zum Central Kino um wieder ein paar cineastische Perlen aus dem aktuellen Programm für mich zu entdecken. Dann erst folge ich den verlockenden Gerüchen des Bauernmarktes und kaufe und probiere süße und pikante Kuchen aus Hergoldshausen, Schnittkäse aus Oberschwarzach, Gemüse und heimisches Obst aus Rimpar, Bio-Haumacherwurst aus Oberweißenbrunn sowie Dinkelprodukte und Ökoweine aus Kaltensondheim. Und dann? Muss ich nach Hause weil die üblichen Wochenend-To-Do’s auf mich warten. Doch bevor ich damit beginne, schneide ich mir noch ein kleines Stück von der mitgebrachten Hausmacher Wurst ab….

Ich lebe in Veitshöchheim das die meisten Besucher wahrscheinlich von der Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ oder von einem Ausflug mit einem der Fahrgastschiffe die zwischen Würzburg und Veitshöchheim pendeln kennen. Was aber einige Besucher und auch einige Veitshöchheimer noch nicht wissen ist, dass es jeden Freitag vormittag direkt am Main, in der Nähe der Mainfrankensäle, einen Grünen Markt gibt auf dem neben regionalen Produkten auch leckeres Steetfood angeboten wird. Wer es sich also einrichten kann Freitag vormittag nach Veitshöchheim zu kommen, der hat die Möglichkeit auf einen wunderbaren Relax-Tag. Denn vor dem Regio-Shopping empfiehlt es sich die Mainpromenade entlang am Biergarten und der Minigolf-Anlage vorbei bis zur Brücke die nach Margetshöchheim führt zu schlendern und an warmen Sommertagen seine Füße in dem erfrischenden Kneipp-Becken abzukühlen. Lese-Ratten können unterhalb der Brücke sich nach frischer Lese-Lektüre umsehen. Denn auf beiden Seiten der Brücke befinden sich Bücher-Tausch-Regale. Und so wird ganz schnell aus einem Einkaufstag ein Feelgood-Day!

Zeit kann man schenken, aber nicht kaufen

Jetzt möchte ich eines aber nicht verschweigen. Regionale Produkte sind etwas teurer und zeitaufwendiger in der Beschaffung. Wer also sagt, dass kann ich mir gar nicht leisten, dem empfehle ich einen kleinen Shopping-Mix, vielleicht so in der Art wie ich das tue. Ich kaufe wahrscheinlich immer noch viel zu viele Produkte im Supermarkt und beim Discounter, achte aber ich immer stärker darauf dass diese Produkte ein Bio-Siegel tragen. Weil ich mir immer wieder und immer öfter einmal etwas regionales gönne, kenne ich auch den großen Unterschied den man wirklich schmecken kann. Und weil man Lebenszeit nicht kaufen sondern nur verschenken kann, mache ich mir solche Einkaufstage bewusst zum Erlebnis-Tag. Und wenn ich nicht warten möchte bis wieder irgendwo ein Bauernmarkt abgehalten wird suche ich auch gerne mal auf www.foodahoo.com und erfahre dort wo es regionale Lebensmittel in meiner Nähe gibt und dann gehe ich auf Entdeckungsreise!