Die Geheimnisse der Sonnenblumen

Sonnenblumen

Wenn ich an Sonnenblumen denke, denke ich an die unendlich weit scheinenden Felder an denen ich im Sommer vorbeifahre, die leckeren Kerne die ich so gerne vom Brötchen knabbere und natürlich an ein perfektes Geschenk für liebe Menschen. Denn eine Sonnenblume schenken heißt „Wenn du da bist, dann scheint die Sonne.“

Während man im Deutschen, auf Englisch oder Niederländisch die, wie eine kleine Sonne aussehende Blume, Sonnenblume (sunflower, zonnebloem) nennt, hat die Blume in Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien und Ungarn einen Namen, der übersetzt so viel bedeutet wie „die sich nach der Sonne dreht“.

Diesen Namen haben die Sonnenblumen bekommen, weil sich ihre Blüte immer dem Sonnenlicht zuwendet. An sonnigen Tagen verfolgen Blüten und Blätter die Sonne auf ihrer Reise von Ost nach West, während sie bis zur Morgendämmerung auf ihre nach Osten gerichtete Grundposition zurückkehren.

Sicherlich ist euch aufgefallen, dass Sonnenblumen ganz unterschiedlich sind. Die über 60 Arten unterscheiden sich nicht nur in der Höhe, sondern auch in Blütenform und Farbe. Einige messen nur 30 Zentimeter, während andere Höhen von bis zu 4,5 Metern erreichen.

Es gibt ein- und mehrjährige Sonnenblumen und solche mit einfachen, halbgefüllten oder gefüllten Blüten. Farblich variieren sie zwischen unterschiedlichen Gelbtönen bis hin zu leuchtendem Orange. Mittlerweile gibt es sogar eine rotbraune Sorte mit hellgelben Spitzen.

Mit ihren wunderbar gelben Blüten sind Sonnenblumen der Inbegriff von Sommer und verwandeln zwischen Juni und Oktober viele Gärten und Terrassen in sonnige Blütenmeere, die für absolutes Urlaubsfeeling sorgen.

Aber woher kommt die Sonnenblume?

Die Sonnenblume kommt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika. Schon vor mehr als 4.500 Jahren wurde sie von den nordamerikanischen und mexikanischen Indianern kultiviert. Die nordamerikanischer Indianer bauten die Sonnenblume als Nahrungspflanze an. Sie nutzten die ölhaltigen Kerne, um die Nahrung mit Fett anzureichern. Noch heute ist die Sonnenblume ein Staatssymbol des US-amerikanischen Staates Kansas.

Erst 1552 brachten spanische Seefahrer die Kerne der Sonnenblume mit nach Europa. Dort fand man bald heraus, dass eine Sonnenblume nicht nur schön aussieht, sondern auch eine nützliche Pflanze ist. Schon bald nach der Verbreitung wurden die Kerne als Ersatz für Kaffee oder für Backwaren verwendet. Erst im 19. Jahrhundert erlangte die Sonnenblume ihre heutige Bedeutung als Öllieferant.

Die Sonnenblume ist aber auch voll von positiver Symbolik

Bei den Urvölkern war die Sonnenblume Symbol für Sonne, Licht, Leben, Fruchtbarkeit, Gesundheit und Weisheit.

Die Inkas verehrten die Sonnenblume in erster Linie als Abbild ihres Gottes. Diese Beobachtung macht der spanische Konquistador Francisco Pizzaro Anfang des 16. Jahrhunderts.

Für die weltlichen Herrscher war sie Sinnbild von Macht, Reichtum, Ergebenheit und Treue. Der Sonnenkönig Ludwig XIV ließ im Zenit seiner Macht sogar Münzen mit Sonne und Sonnenblume prägen.

In den 1970er Jahren stand die Sonnenblume auch als Zeichen der Hippiebewegung, die aus ihr das Symbol für Entwicklung, Freiheit und Offenheit machte.

Und heute? Heute stehen Sonnenblumen im Focus der Blogger und Influencer. Sie sind einfach stylisch. Mit ihnen lässt sich wunderbar dekorieren und spielen. Farbintensiv, eine Spur Vintage und somit absolut Instagrammable!

„Influencer stürmten die Sonnenblumen-Felder!“

Diese Schlagzeile gehört zu folgender kuriosen Geschichte:
In Ontario / Kananda betreibt die Familie Bogle die Sonnenblumen-Farm „Bogle Seeds“. Um sich ein paar Dollar dazu zu verdienen hatten sie ihre Farm für Besucher geöffnet.

Mit 8 zusätzlichen Mitarbeitern, 300 Parkplätzen und Dixi-Klos glaubte die Familie für eine größere Zahl an Besuchern gut vorbereitet zu sein. Anfangs lief auch alles noch recht gemütlich ab, erzählte der 72-jährige Großvater. Doch dann sei die Lage plötzlich eskaliert.

Die Parkplätze waren schnell voll, es gab einen Kilometer langen Stau vor der Farm und tausende Influencer zertrampelten und stürmten die Felder, um das perfekte Foto zu schießen. Die herbeigerufene Polizei musste die Farm für die Öffentlichkeit wieder schließen, um dem Chaos ein Ende zu setzen!