Ein Jahr im Weinberg: Juni

thüngersheimer weinberge

In den letzten Tagen ist wieder einiges in den Weinbergen passiert! Man kann jetzt im Juni die länglichen, rispenartigen Blütenstände der Weinrebe erkennen, die als „Gescheine“ bezeichnet werden.

Für gewöhnlich öffnen sich die hellen Blüten in der ersten Hälfte des Monats. Es kann aber auch sein, dass sie erst zu dessen Ende zu blühen beginnen. Abhängig ist das vom Wetter.

Mit Vollgas in die Saison!

Sobald sich die Blüten der Sonne entgegen neigen, vollzieht sich die Selbstbefruchtung des Rebstocks. Die an den Gescheinen sitzenden kleinen, runden Blütenkäppchen fallen von den Blüten ab und legen die Fruchtknoten frei. Da Rebstöcke zwittrig sind, findet die Bestäubung ganz ohne dem Zutun von Bienen und anderen Insekten statt.

Bei gutem Wetter geschieht das, binnen weniger Tage. Was auch gut ist, denn damit verringert sich das Risiko für Verrieseln, bei dem ungewöhnlich viele Blüten oder kleine Beeren vom Stielgerüst abgestoßen werden, oder gänzlich unbefruchtetes Verblühen aufgrund widriger Wetterverhältnisse. Die Rebe startet sozusagen mit Vollgas in die Saison!

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Apropos Saison – Im Juni startet für viele Winzer auch die Saison der Weinfeste! Ein ganz wichtiger Faktor für viele kleine Orte, die stark vom Tourismus durch Urlauber, Wanderer und Radfahrer profitieren.

Neben den bekannten und beliebten Weinfesten erfreuen sich auch die Weinpartys der jungen Winzergeneration einer großen Beliebtheit. Denn die jungen Winzer sind sehr kreativ: Von Abenden mit gelungenen Kombinationen von Wein und Speisen über innovative Präsentationen mit Kollegen an den ungewöhnlichsten Orten – beim Wein ist alles erlaubt!

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So finden diese unkonventionellen Parties schon einmal im Weinberg oder in den Kellern der Weingüter statt, die besonders über die vielen Feiertage gerne zu ihren Hoffesten laden.

Solche Veranstaltungen sind für Winzer sehr wichtig, da sie diese Veranstaltungen nutzen, um neue Kontakte zu knüpfen und neue Kunden zu gewinnen.

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Doch zurück zum Weinberg. Neben den Reben blüht es jetzt auch in den Rebzeilen. Für Blütenreichtum sorgen Schwedenklee, Gemeine Schafgarbe, Wilde Malve, Wiesensalbei und viele mehr. Eine dauerblühende Begrünung stellt für manche Winzer aber ein Problem dar. Sobald das Wasser in dieser Zeit knapp wird, werden stark wachsende und wasserzehrende Begrünungen oft umgewalzt oder gemulcht.

Da durch das Mulchen die blühenden Pflanzen gestört oder sogar abgetötet werden lassen einige Winzer einen schmalen Streifen der Begrünung in der Mitte der Gasse unbearbeitet.

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Neben den Trauben wachsen die Triebe weiter gen Himmel. Der Winzer bändigt sie, indem er sie in den Draht der Anlage einsteckt. Dadurch haben die Reben mit Hilfe ihrer Ranken festen Halt und die Triebe sind vor dem Abbrechen durch Wind geschützt.

Da die Reben dann aber immer noch nicht genug vom Wachstum haben, bleibt es weiter spannend im Weinberg!