Mein Wochenendtrip an den Früchtetrauf (Teil 1)

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Im Herzen Baden-Württembergs, zwischen dem Naturpark Schönbuch und dem Geopark Schwäbische Alb gelegen, befindet sich der Landkreis Tübingen. Hier am sogenannten Früchtetrauf beginnt die Natur direkt vor den Toren der historischen Städte Tübingen, Rottenburg und Mössingen.

Die abwechslungsreiche Landschaft am Früchtetrauf ist durch ihre ausgedehnten Streuobstwiesen, malerischen Weinterrassen, weitläufigen Waldgebieten und den artenreichen Talauen des Neckar nicht nur ein Paradies für Aktivurlauber, sondern auch für Kultur- und Genussreisende.

Begleitet mich bei meinem Wochenendtrip an den Früchtetrauf und entdeckt mit mir die vom Weinbau geprägten Orte Ammerbuch und Tübingen-Unterjesingen, sowie die Weinbaustädte Rottenburg und Tübingen. Und ich verrate euch das Geheimnis des „Schillerweins“, erzähle euch was es mit den „Gögen“ auf sich hat und was ein „Flachswickel“ ist.

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Der Premiumwanderweg „Schönbuchspitzrunde“ in Ammerbuch-Breitenholz

Bei meiner Anreise über die Autobahn A81 regnet es in Strömen und ich bin ich sichtlich erleichtert, dass es in Rottenburg, lediglich noch stark bewölkt ist.

Nachdem ich im Hotel Württemberger Hof eingecheckt habe, fahre ich gleich weiter nach Ammerbuch-Breitenholz, um das Streuobst- und Wein-Paradies auf dem Premiumspazierwanderweg Schönbuchspitzrunde zu erkunden.

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Tourdaten:
Dauer: 2,5 Stunden
Länge: 8,0 Kilometer
Tourenart: Rundtour
Wegmarkierungen: grüne Wegweiser mit einem roten Apfel

Der Wanderparkplatz in Breitenholz befindet sich am Friedhof, in der Nähe vom Hotel Ochsen.

Vom Parkplatz führt der Weg, am Albvereinshäusle vorbei, hinauf in die Weinberge und ich genieße beim Bergauflaufen den Blick auf Breitenholz und das Ammertal mit seinen grünen Feldern, Streuobst- und Blumenwiesen.

Am Ende eines schmalen Hohlwegs verläuft der Weg oberhalb der Weinbergslandschaft am Schönbuchhang entlang. Hier im Naturschutzgebiet Schönbuch-Westhang/Ammerbuch haben die „Wengerter“ (=Weingärtner) gemeinsam mit der Natur eine vielfältige Kulturlandschaft mit einer großen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten geschaffen.

Die ganze Vielfalt des Schönbuchs

Am Aussichtspunkt Sägemehlhütte befindet sich eine gemütliche Wellenbank und ich genieße noch einmal den Blick über die terrassierten Weinberge, bevor es auf einem schattigen Waldweg hinab zum Kreuzungspunkt am Mädlesstein geht.

Der ehemalige Grenzstein zeigt das „Mädle vom Klingle“. Laut einer Sage soll das Mädchen aus Entringen einst beim Heuholen, aufgrund der über dem Kopf getragenen Heubüschel, mit einem Hirsch verwechselt und erschossen worden sein…eine traurige Geschichte.

Oberhalb von Entringen verläuft der Weg am Waldrand entlang und ich bin immer wieder begeistert von dem fantastischen Ausblick über die abwechslungsreiche Landschaft, der bis zur Schwäbischen Alb reicht.

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Ich erreiche das Sportheim Entringen, in dem sich ein italienisches Restaurant befindet. Das Restaurant bietet von Dienstag bis Sonntag ab 12.00 Uhr auch einen Mittagstisch.

Auf dem Weg zurück nach Breitenholz hat der Himmel dann ein Einsehen mit mir und so laufe ich bei strahlend blauem Himmel mit wunderschönen Schäfchenwolken an den Feldern, Streuobst- und Blumenwiesen vorbei, die ich bereits beim Blick über die Weinbergslandschaft am Schönbuchhang aus der Ferne gesehen habe.

Fun Fact: Der Premiumspazierwanderweg Schönbuchspitzrunde ist einer von 10 Premiumwanderwegen im Landkreis Tübingen und kann mit dem Ammerbucher Gigeleswegle (4,8 km) auf eine Gesamtlänge von 12,8 km kombiniert werden.
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Abendessen im Hotel Ochsen

Zurück in Breitenholz führt mein Weg direkt zum Gasthaus Ochsen. Das gemütliche Dorfgasthaus ist bereits sehr gut besucht und so suche ich mir einen freien Platz auf der gemütlichen Sommerterrasse. Auf der Speisekarte stehen regionalen Spezialitäten der schwäbischen Küche, sowie saisonale Gerichte. Ich entscheide mich für die „Geschmorten Ochsenbäckle mit Champignons und Spätzle“ und trinke dazu einen halbtrockenen Kerner von einem Wengerter aus Breitenholz.

Mit Blick in den Naturpark Schönbuch genieße ich die letzten Schlücke meines fruchtig frischen Kerners. Dann mache ich mich auf den Rückweg nach Rottenburg und freue mich bereits auf den kommenden Tag!

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Stadtführung durch Rottenburg

Nach einer sehr erholsamen Nacht im „Turmstüble“ – so der Name meines Zimmers im Hotel Württemberger Hof – genieße ich mein ausgewogenes Frühstück, dessen Zutaten ich am reichhaltigen Buffett ausgewählt habe.

Tipp für alle Sparfüchse: Wenn ihr eine Übernachtungsmöglichkeit am Früchtetrauf sucht, dann empfiehlt sich Rottenburg, da die Übernachtungen hier günstiger als in Tübingen sind. Außerdem liegt Rottenburg sehr zentral, so dass sich alle Ausflugsziele wunderbar miteinander verbinden lassen. Und mit der AlbCard sichert ihr euch nicht nur viele Erlebnisvorteile, sondern erreicht auch alle Ziele kostenlos mit der Regionalbahn oder dem Bus.

Nach dem Frühstück bin ich mit Stadtführerin Tanja Schall zu einer Social-Media-affinen Stadtführung durch die historische Altstadt verabredet. Wir treffen uns am Marktplatz in der Touristinfo und Tanja Schall verspricht mir eine Führung mit kurzen knackigen Informationen und Zeit um schöne Aufnahmen machen zu können. Ich bin jetzt schon begeistert!

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Von Rittern und Narren

Am Marktplatz herrscht bereits rege Betriebsamkeit. Die Händler aus der Region bauen ihre Marktstände auf und Tanja Schall versorgt mich mit Informationen über das Rathaus, dem Marktbrunnen mit der schönsten gotischen Brunnensäule Südwestdeutschlands und dem Dom St. Martin, dessen spätgotischer Kirchturm als Wahrzeichen Rottenburgs gilt.

Wir laufen durch die belebte Innenstadt, am Ritterbrunnen und der modernen Stadtbibliothek vorbei, zum Eugen-Bolz-Platz. Hier am Busbahnhof finden alle AlbCard-Besitzer die richtige Busverbindung zu den Ausflugszielen in der Region.

Am Stadtgraben folgen wir dem gut erhaltenen Teil der ostseitigen Stadtbefestigung zum Scharfrichterhaus mit dem runden Zwingerturm.

Auf dem Weg zur Josef-Eberle-Brücke zeigt mir Tanja Schall den Narrenbrunnen an der historischen Zehntscheune. An der über fünf Meter hohe Bronzesäule sind Figuren und Bräuche der Rottenburger Fasnet zu sehen.

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Blick über die Rottenburger Altstadt

Wer in Rottenburg ein tolles Fotomotiv sucht, der muss auf die Josef-Eberle-Brücke. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf das Neckarufer mit Cafe, Sitzgelegenheiten am Wasser, den Stocherkähnen, sowie einem Fachwerkensemble im Hintergrund.

Wir laufen am Neckarufer entlang zur Oberen Brücke. Auf der gegenüberliegenden Flußseite steht die im neugotischen Stil erbaute Evangelische Kirche und die Stiftskirche St. Moriz, die im Inneren einige Kunstschätze beherbergt.

An der Oberen Brücke geht es hinauf zum Kalkweiler Tor und weil Tanja Schall den Schlüssel für den Torturm dabei hat, darf ich mit ihr hinauf auf den Turm und auf die begehbare Wehranlage. Vom obersten Turmfenster haben wir einen fantastischen Blick auf die Altstadt, sowie das gegenüberliegende Neckarufer, hinter dem man den Pulverturm, in dessen Nähe sich das Kapuzinertor und das Weingärtner-Haus befindet, gut sehen kann.

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Weinprobe in den Weinbergen

Auf dem Weg zurück zum Marktplatz kommen wir an der Spitalkelter vorbei. Dort treffen wir die beiden Vorsitzenden des Weingärtnerverein Rottenburg/Wendelsheim e. V., Bernhard Heberle und Hans-Peter Enderle, die mir viel interessantes über den Weinbau am Früchtetrauf erzählen. Damit das Thema nicht zu trocken bleibt, werden wir zu einer Weinprobe in die Weinberge eingeladen.

Wir fahren Richtung Weggental zum Weinberg von Bernhard Heberle. Während wir dort gemeinsam Weine von Alten Reben vom Wurmlinger Kapellenberg verkosten, genieße ich den herrlichen Blick ins Weggental mit seinen terrassierten Weinbergen, den vielen kleinen Gärtchen und der Wallfahrtskirche Weggental.

Der letzte Wein den ich probieren darf ist ein Schillerwein. Hans-Peter Enderle verrät mir, dass diese Bezeichnung ausschließlich in der Weinbauregion Württemberg verwendet wird. Beim Schillerwein handelt es sich um einen Wein, der durch das gemeinsame Pressen von weißen und roten Trauben entsteht – also ein traditioneller Rotling. Den Namen hat er durch die schillernde Farbe bekommen.

Nach dieser tollen Weinprobe fahren wir zurück nach Rottenburg und ich freue mich auf weitere regionale Genüsse in der Gaststätte Hirsch, in der ich zu Mittag esse.

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„Vu ällem ebbes“

Die Gaststätte Hirsch gehört zu den Genussbotschaftern in Baden Württemberg und ist als Schmeck-den-Süden-Gastronomie ausgezeichnet. Der gemütliche Gastraum, mit dem originalen Braukessel, ist bereits gut gefüllt.

Ich bestelle mir „Vu ällem ebbes“ – und das sind Maultäschle, Fleischküchle, Spätzle, Kartoffelsalat und Sauce. Und dazu den „Lieblingswein vom Chef“.

Nach dem hervorragenden Essen laufe ich zur Haltestelle „Eugen Bolz Platz“ und fahre mit dem Regionalbus nach Wurmlingen. Dank der AlbCard natürlich kostenlos.

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Der Premium-Spazierwanderweg „Wurmlinger Kapellenwegle“

Tourdaten:
Dauer: 1,5 Stunden
Länge: 5,5 Kilometer
Tourenart: Rundtour
Wegmarkierungen: grüne Wegweiser mit einem roten Apfel

Von der Haltestelle „Wurmlingen Rössle“ ist es nur ein kurzer Gehweg zum Ausgangspunkt des Premium-Spazierwanderwegs „Wurmlinger Kapellenwegle“

Der Weg verläuft zunächst sehr flach durch eine abwechslungsreiche offene Landschaft mit fruchtbaren Feldern und artenreichen Streuobstwiesen. Kurz vor Hirschau geht es hinauf auf den Kapellenberg und ich laufe durch malerische Weinberge in terrassierten Steillagen zum Aussichtspunkt Hohenzollernblick. Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Kapelle St. Remigius.

Die Wurmlinger Kapelle ist von Mai bis Oktober sonntags von 10 bis 16 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Führungen sind bei der Tourist-Information Rottenburg buchbar.

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Von der Kapelle genieße ich den herrlichen Rundumblick: nach Norden sieht man ins Ammertal und zum Schönbuch, nach Süden über das Neckartal zum Höhenzug Rammert und zur Schwäbischen Alb.

Tipp: Unterhalb der Kapelle kann man über den sogenannten „Sattel“ zum Premium Spazierwanderweg „Hirschauer Spitzbergwegle“ wechseln und so zu einer längeren Runde kombinieren.

Auf einem schmalen Wiesenweg führt der Weg, vorbei an einer der größten durchgängig beweideten Wacholderheide des Landkreises Tübingen, zurück ins Tal.

Dort folge ich der Wegbeschilderung durch artenreiche Streuobstwiesen zurück nach Wurmlingen.

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Wurstsalat „à la Hex“

Mit dem Regionalbus fahre ich zurück nach Rottenburg und laufe vom Eugen-Bolz-Platz über den immer noch sehr belebten Marktplatz zur Weinstube Stanis, die sich unterhalb des Kalkweiler Tors befindet.

Die Weinstube Stanis ist die wohl älteste Weinstube im Oberen Neckartal und wer es gemütlich und familiär mag ist hier genau richtig. Auf der Speisekarte der urigen Wein- und Vesperstube findet man regionale und internationale Weine, sowie Flammkuchen, Käsespezialitäten, verschiedene Vesperbrote und einen Wurstsalat „à la Hex“ nach Art des Hauses.

Während ich mir den Wurstsalat schmecken lasse, leistet mir Inhaberin Dunja Stadel-Maier Gesellschaft und erzählt mir von den berühmten Persönlichkeiten, wie der Religionsphilosoph Romano Guardini, der Orientalist Enno Littmann oder der chinesische Staatspräsident Tsou die hier schon zu Gast waren und an der Decke der Gaststube verewigt wurden.

Zum Abschied trinke ich mit Dunja Stadel-Maier noch ein „Schnäpsle“ von einem regionalen Brenner und dann endet für mich ein wundervoller und abwechslungsreicher Tag in Rottenburg am Früchtetrauf.

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