Würzburg entdecken: Ein Besuch bei der MAINPOST

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Wenn mein Nachbar morgens zum Briefkasten schlurft, ist es für ihn und viele Millionen Zeitungsleser eine Selbstverständlichkeit, dass die aktuelle Tageszeitung pünktlich zum Frühstück im Briefkasten steckt. Doch bevor sie dort landet, hat sie bereits eine lange Strecke im Druckhaus zurückgelegt. Was dort genau passiert – angefangen von dem Moment, in dem die Zeitungsartikel der Reporter über die Agentur in der Druckerei ankommen bis zur gedruckten Zeitung, wollte ich herausfinden. Darum habe ich mich zur kostenfreien Betriebsführung unter dem Motto „Ein Abend in der MAINPOST“ im Verlagshaus auf dem Würzburger Heuchelhof angemeldet.

Fun Fact:
Die kostenfreien Führungen finden nach rechtzeitiger Voranmeldung immer Montag bis Freitag statt. Sie beginnen um 20 Uhr und dauern ca. 3 Stunden. Während des Rundgangs durchs Verlagshaus wird den Besuchern neben dem Druckzentrum auch die Druckvorstufe gezeigt. Bei einer abschließenden Präsentation erfährt man dann noch viel Spannendes rund um die Mediengruppe Main-Post.

Ein Mitarbeiter der MAINPOST begrüßt unsere kleine Besuchergruppe vor dem Eingang des Verlagsgebäudes. Nachdem er uns über den groben Verlauf des Abends informiert hat, werden wir direkt zum Druckhaus geführt.

Auf dem Weg dorthin erfahren wir, dass die Arbeit im Druckhaus beginnt, sobald die Daten für die Zeitung von der Redaktion überprüft und in die Abteilung Druckplattenherstellung übermittelt wurden.

In der Druckplattenherstellung laufen die übertragenen Daten in einen Belichter, in dem die Texte und Bilder mit einem Laserstrahl auf Druckplatten übertragen werden. Die Druckplatten werden anschließend über ein Transportband zur nächsten Station gebracht, wo sie in der sogenannten Rotation automatisch den Sortierfächern der verschiedenen Ausgaben zugeordnet werden.

Fun Fact:
Für jede Seite einer Zeitung werden vier Druckplatten benötigt. Eine für Schwarz, eine für Cyan-blau, eine für Magenta-rot und eine für Gelb. Aus diesen vier Farben lassen sich alle anderen Farben mischen. 

Auf dem Weg durch die erste Halle kommen wir an riesigen Papierrollen vorbei, von denen Eine soviel wiegt wie ein ganzes Auto. Die Rollen werden auf Transport-Schlitten zu den Trägern gefahren und dort automatisch in die Druckmaschine eingehängt. So eine Papierrolle wird übrigens in nicht einmal 25 Minuten verdruckt.

Dann stehen wir vor der gigantischen Druckmaschine und müssen den Kopf weit in den Nacken legen um die Gesamtmaße der Maschine mit einer Länge von 30 Meter, einer Breite von 6 Metern und einer Höhe von 10 Metern erfassen zu können. Produziert werden hier ca. 38 000 Zeitungsexemplare in einer Stunde.

An der Wand führt eine schmale Eisentreppe hinauf in den sogenannten Leitstand. Von hier aus wird die Druckmaschine elektronisch gesteuert und auch die Farbe und alle Seiten der Zeitung werden hier überwacht und kontrolliert.

Beim Druckvorgang werden die Vorderseite und die Rückseite gleichzeitig bedruckt und die vier für den Druck benötigten Farben werden durch die verschiedenen Druckplatten nacheinander auf das Papier aufgebracht. Da die Papierrolle viel breiter ist als eine Zeitungsseite, können mehrere Seiten nebeneinander gedruckt werden.

Für alle PS-Interessierten sei noch erwähnt, dass das Papier mit 43 km/h durch die Maschine schießt, wenn die Druckmaschine auf Hochtouren läuft.

Wir gehen weiter und kommen in den Bereich in dem die Zeitungsseiten aus dem Turm kommen. Hier werden sie gefaltet und geschnitten.

Anschließend laufen die bereits gedruckten Exemplare in der angrenzenden Lagerhalle über ein 1,5 Kilometer langes Förderband und damit in Richtung Versand. Eine Verpackungsmaschine verschnürt hier die Zeitungen in handliche Pakete, die anschließend in die Transportfahrzeuge eingeladen und an die Austräger verteilt werden.

Schwer beeindruckt verlassen wir das Druckhaus. Bevor unsere Tour zu Ende ist, werden wir noch in die Betriebskantine eingeladen, wo uns bei Fingerfood und bereitgestellten Erfrischungsgetränken einen Film über die Geschichte der MAINPOST gezeigt wird.

Fazit:

Die Betriebsbesichtigung bei der MAINPOST war äußerst interessant und ich mag sie gerne empfehlen. Und zwar nicht nur wegen der beeindruckenden Maschinen und Materialien, sondern auch wegen den super freundlichen Mitarbeitern denen wir auf dieser Tour begegnet sind. Ein großes Dankeschön noch einmal an dieser Stelle für das geduldige und sehr kompetente Beantworten aller unserer Fragen!