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Auch abseits der bekannten Wander-Hotspots lassen sich eindrucksvolle Naturerlebnisse entdecken – oft ruhiger, ursprünglicher und überraschend vielfältig. Mit dem neuen Wanderevent „Donautal-Wandertrio“ begeisterten die Landkreise Dillingen und Günzburg vom 07. bis 10. Mai 2026 mehr als 500 Teilnehmer, die bei 40 geführten Touren an vier Tagen entspannte Auszeiten, besondere Begegnungen und kulinarische Momente im Schwäbischen Donautal erleben durften.
Nachdem ich an den ersten beiden Tagen „Achtsam in den Tag“ gestartet, „DonAUwald & Donaukraft“ entdeckt und „Auf historischen Spuren in Staufen“ gewandert bin, freute ich mich am dritten Tag auf meine geplante Genusswanderung.

Picknick-Wanderung für Groß und Klein
Den Tag hatte ich bei herrlich blauem Himmel und einem ausgewogenen Frühstück auf der Terrasse im Garten vor meinem gemütlichen Einzimmerapartment “Kleine Auszeit” im Dillinger Ortsteil Donaualtheim begonnen und anschließend mit ganz viel Energie zum Parkplatz oberhalb der Kneippanlage „Obere Quelle“ am Waldkindergarten Dillingen gefahren. Hier startete meine Tour “Picknick-Wanderung für Groß und Klein”.

Nach der Begrüßung durch die Wegbegleiter vom Donautal Aktiv e.V. sind wir auf einem Verbindungsstück des DonAUwald Wanderwegs, dem sogenannten Sieben-Quellen-Weg, Richtung Lauingen gewandert.

Der idyllische Weg, der auf einem schmalen, naturnahen Pfad durch die abwechslungsreiche Auwaldlandschaft zur 1,3 km entfernten Herrgottsruhkapelle führt, machte seinem Namen alle Ehre. Hier plätschert das Wasser aus vielen kleinen Quellen und ist ökologische Heimat einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt, sowie ein natürlicher Klimaregulator.

Von der Kapelle ging es auf einem schmalen Pfad hinunter an die Donau und von dort auf einem breit geschotterten Radweg zurück zur Kneippanlage „Obere Quelle“.

Hier wurden wir bereits von Yvonne Streitel vom Donautal Aktiv e.V. erwartet, die den Picknickbereich liebevoll in eine gemütliche „Chill-out Area“ verwandelt hatte.

Während einige Teilnehmer erst einmal ihre Füße im kühlen Wasser erfrischten, freuten wir anderen uns auf die bereitgestellten Luchpakete vom Frühstückscafe MaryJuls aus Dillingen.

Nach der gemütlichen Picknickpause endete unsere genussvolle Auszeit in der Natur. Und da der Nachmittag noch vor mir lag fuhr ich in die Dillinger Innenstadt zu einem Spaziergang durch die historische Altstadt.
Ein Rokoko-Juwel im ehemaligen Universitätsgebäude
Vom Parkplatz am Donaustadion lief ich über schmale Gässchen hinauf in die Altstadt zur Königsstraße. Sie bildet das historische Herz der Stadt und besticht durch eine Vielzahl kunstvoller Bürgerhäuser und Prachtfassaden aus dem 17. und 18. Jahrhundert in denen sich zahlreichen Cafes, Eisdielen und Restaurants befinden.

In einer Querstraße befindet sich das Schloss von Dillingen, das heute das Finanzamt beherbergt. Gebaut wurde es als Residenz der Augsburger Fürstbischöfe. Sein achteckiger Turm gehört noch heute zu den Wahrzeichen der Stadt.

Mein erstes Ziel aber war das ehemalige Universitätsgebäude, in dem sich die heutige Akademie für Lehrerfortbildung befindet. Blickt man von diesem historischen Gebäude in Richtung Königstraße, versteht man warum Dillingen auch als „Schwäbisches Rom“ bezeichnet wird.

Im Inneren der ehemaligen Universität gibt es im Goldenen Saal ein echtes Rokoko-Juwel mit prächtigem Deckenfresko zu bewundern.
Hinweis: Für den Besuch ist ein kleiner Obolus zu entrichten. Dafür bekommt man eine kostenlose Broschüre mit Informationen über die Geschichte, den Saal und das Deckenfresko der ehemaligen Universität.

Über einen Treppenaufgang mit zehn eindrucksvollen Stuckmedallions erreichte ich den ersten Stock, in dem sich hinter einem kunstvoll gestalteten Gittertor der Goldene Saal befindet. Beim betreten des Saals war ich sofort von den überwiegend in Gold gehaltenen Stuckelementen und dem riesigen Deckenfresko überwältigt. Das Deckenfresko ist ein Meisterwerk des Rokoko. Es zeigt die damaligen Gebäude von Stadt und Universität, die vier Fakultäten sowie kirchliche Themen.

Nach dem Besuch dieses prachtvollen Saals bin ich mit einem leckeren Haselnusseis in der Hand über die Königsstraße geschlendert, hab das Schloss und den Schlossgarten besichtigt und freute mich auf einen genussvollen Tagesausklang im Außenbereich der OSTERIA zur goldenen Traube – dem (angeblich) besten Italiener in Dillingen.

Wenn das Moor erwacht…
Der nächste Tag begann für mich um 4:00 Uhr am Morgen. Denn die Tour „Wenn das Moor erwacht…“ startete um 5:30 Uhr am Gasthof Adler in Oberbechingen ins Naturschutzgebiet Dattenhauser Ried.
Nach der Begrüßung durch Lothar Kempfle vom Donautal Aktiv e.V. wanderten wir, dem Sonnenaufgang entgegen, auf dem Premium Radweg „DonauTäler“ zum Aussichtsturm oberhalb des Dattenhauser Rieds.


Vom großzügig dimensionierten Aussichtsturm konnten wir das gesamte Naturschutzgebiet überblicken und waren fasziniert vom geheimnisvollen Charme der nebelverhangenen Moorlandschaft.

Über eine leicht feuchte Wiese liefen wir hinunter zum Südrand des Moores, an dem uns Lothar Kempfle erklärte, dass es sich bei der außergewöhnlichen Kapelle die man auf dem Hügel in der Nähe des Aussichtsturms sehen kann, um die Lattke-Kapelle handelt, die zu den sieben architektonischen Meisterwerken gehört, die es auf der Mehrtagesrundtour „7-Kapellen-Rundweg“ zu entdecken gibt.

Während wir das Moorgebiet umrundeten bekamen wir von unserem sympathischen „Tourguide“ viele interessante Informationen über die Artenvielfalt, die Renaturierung, die Pflegemahd und die Beweidung des Niedermoors mit erzählerischer Leichtigkeit vermittelt.
Wusstet ihr z.B. dass Moore in ihren Torfschichten ein Drittel des weltweiten Kohlenstoffes binden, was doppelt so viel ist wie alle Wälder der Erde zusammen?


Mit ganz viel neuem Wissen und atemberaubenden Eindrücken vom Dattenhauser Ried fuhr ich zurück nach Dillingen.
Vom kostenlosen Parkplatz am Donaustadion lief ich die schmalen Gässchen hinauf zur Königsstraße und freute mich auf ein leckeres Frühstück im „peng & pane“, dem beliebten Bäcker-Bistro mit fein ausgewählter Weinkarte im Herzen von Dillingen.


Erlebniswanderung im Kesseltal
Nach einer kleinen Erholungspause auf der Terrasse vor meinem gemütlichen Einzimmerapartment “Kleine Auszeit” im Dillinger Ortsteil Donaualtheim fuhr ich zu meiner letzten Wandertour “Erlebniswanderung im Kesseltal” nach Bissingen.
Die Wanderung auf dem „Kesseltaler Landwirtschafserlebnisweg“ startete am Parkplatz vom Gasthaus Krone. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Franz Kienberger vom Kneipp-Verein Dillingen, verriet er uns dass die 15 Erlebnisstationen des rund 8,5 km langen Rundwanderweges den fünf Elementen von Sebastian Kneipp „Wasser, Bewegung, Ernährung, Pflanzen, Balance“ zugeordnet wurden.


Gemeinsam wanderten wir auf asphaltierten und gekiesten Wegen, die auch für Radfahrer geeignet sind, durch das wunderschöne Kesseltal und bekamen an den zahlreichen Stationen viele Fragen zu Natur und moderner Landwirtschaft auf tropfenförmigen Infotafeln unterhaltsam und leicht verständlich beantwortet.
Und weil es sich um einen Erlebniswanderweg mit ausgeklügelten Spielen an verschiedenen Stationen handelt, haben wir in der Nähe der Naturkneippanlage Kesselostheim an Station 6 Wasser mittels einer Schwengelpumpe in ein Armtauchbecken gepumpt und die Kuhsitzbank zum Ausruhen genutzt.

Richtig spannend wurde es in Oppertshofen an der Station 9. Im modernen Kuhstall der Familie Böhm konnten wir einen Melkroboter besichtigen und das Wohlergehen der Kühe von einer „Besuchertribüne“ aus beobachten.

Von Oppertshofen führte der Weg steil hinauf und am Waldrand entlang zu einer gemütlichen „Baumelbank“. Hier konnten wir unsere Füße baumeln lassen und den herrlichen Blick ins Kesseltal genießen.
Den schönsten Ausblick aber hatten wir an Station 12. Der Panoramarahmen dort ist ein absoluter Insta-Hotspot!

Auf der offiziellen „Abkürzung“ wanderten wir zurück ins Tal und kamen an einem weiteren Highlight vorbei. Der Holzturm der neuen Denzel-Kapelle, der mit seinen 14 Metern Höhe nicht zu übersehen ist, gehört ebenfalls zu den außergewöhnlichen Kapellen die es auf der Mehrtagesrundtour „7-Kapellen-Rundweg“ zu entdecken gibt.

Von der Denzel-Kapelle war es nur noch ein kurzes Wegstück bis zur Naturkneippanlage Kesselostheim. Die Anlage befindet sich direkt am Grillplatz in der Kessel und Franz Kienberger verriet uns, was man beim Wassertreten alles beachten sollte.
Wieder zurück am Parkplatz vom Gasthaus Krone hieß es für mich Abschied nehmen von einer traumhaft schönen Region, die in Sachen Naturerlebnis, Vielfalt und Qualität einiges zu bieten hat und sich vor großen Namen wie dem Allgäu oder der Schwäbischen Alb nicht zu verstecken braucht.

Ich freue mich bereits auf die Fortsetzung in 2028!
