Edle Brände auf dem Brennerweg

waldfrüchte brand

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Für Kenner und Liebhaber edler Destillate ist die Gemeinde Wartmannsroth, die sich nur wenige Kilometer entfernt von Frankens ältester Weinstadt Hammelburg befindet, schon lange kein Geheimtipp mehr. Umringt vom Fränkischen Saaletal, dem Spessart und der Rhön findet man hier mit über 82 Brennereien, bei rund 2.100 Bewohnern, eine unglaubliche Brennereiendichte.

Die Brenner:innen stellen jedoch nicht nur köstliche Destillate her. Die Pflege der Streuobstbestände und damit der Erhalt alter Streuobstsorten ist ihnen ein wichtiges Anliegen. Hier werden Wildfrüchte wie Waldhimbeeren, Vogelbeeren, Weißdorn, Schlehen uvm. in Handarbeit geerntet und zu edlen Tropfen vermaischt und destilliert.

Weil ich mehr über das Brennereiwesen in der Gemeinde Wartmannsroth erfahren wollte, habe ich mich zur Spurensuche auf den „Brennerweg“ begeben.

Auf den fünf Wandertouren Whisky-Schleife, Kornbrand-Tour, Wildfrüchte-Weg, Streuobst-Route und dem zertifizierten Wanderweg Extratour „Wald-Brand“ werden die Themen rund um das Brennerwesen erlebbar dargestellt und ich hatte die Möglichkeit, nach Voranmeldung, während und nach einer Wandertour bei den Brennereien einzukehren und ihre prämierten Destillate zu verkosten.

Die Whisky-Schleife

Der 7 Kilometer lange Rundweg „Whisky-Schleife“ startet am Wanderparkplatz in Wartmannsroth. Auf der abwechslungsreichen Strecke, die an Getreidefeldern vorbei und durch ein hügeliges Waldstück führt hat man am „Dreimärker-Kreuz“ einen herrlichen Blick über Wartmannsroth hinweg in den fernen Spessart.

Im Weidigswald, mit dem Erlebnisbereich „Weidigsee“, erfährt man einiges über das Element Holz und warum es für einen guten Whisky wichtig ist. Am „Quiz-Fass“ konnte ich dann mein Wissen testen.

An den gut verteilten Infotafeln erfährt man interessante Fakten rund um die Geschichte, die Herstellung und die Reifung des goldenen Destillats – z.B. dass der Rhöner Whisky seinen Ursprung in Wartmannsroth hat.

Brenner:in in Wartmannsroth

Edelbrennerei Bischof
Hauptstraße 8
97797 Wartmannsroth

Ich treffe Franziska Bischof in ihrer sehr geschmackvoll eingerichteten Destillathek. Wir setzen uns an einen der gemütlichen Tische auf der Besucher-Terrasse, auf der an schönen Tagen ihre Veranstaltungen im Freien stattfinden.

Franziska ist ausgebildete Edelbrandsommelière und Brennerin in der 4. Generation. Sie erzählt mir von ihrem Vater, Anton Bischof, der bereits seit den 90 Jahren über die Region hinaus für seinen Rhöner Whisky bekannt ist.

Auf dem Weg zum Keller, in dem die edlen Destillate in Holzeichenfässern aus der Rhön lagern, erfahre ich, dass die Früchte, Blüten, Kräuter und das Getreide für die Brände und Liköre fast ausschließlich aus der Rhön oder der Volkacher Mainschleife stammen.

In Franziskas Destillathek finden regelmäßig Veranstaltungen statt bei denen ihre Destillate im Mittelpunkt stehen und die von Partnern aus der Gastronomie kulinarisch begleitet werden. Neben dem Verkauf der Brände gibt es auch die Möglichkeit für kleinere Grüppchen oder ganze Busgruppen eine Führung und Verkostung zu buchen.

Was ich bei Franziska Bischof – Die Brennerin – entdeckt habe:

  • Whisky, Gin und Brände die mit Herz und von Hand gemacht sind
  • Limitierte Schätze von ausgesuchten Bränden
  • Handgemachte Liköre, ohne Zusatz von Farbstoffen oder sonstigem Zeugs
  • Digitales Tasting – Eine Videoverkostung für zu Hause
  • Events, wie „Die Lange Nacht der Kurzen“ oder „Brände und Pralinen“
  • Wohnmobilstellplatz
Landbrennerei Kleinhenz 
Hauptstraße 24
97797 Wartmannsroth 

Leider musste mein Besuch bei Thomas Kleinhenz, der die Landbrennerei mit seiner Familie in 3. Generation führt, wegen eines Umbaus kurzfristig verschoben werden.

Die historischen Gebäude des Familienbetriebs sollen mit Liebe zum Detail aufgearbeitet und modernisiert werden und ein neuer Verkaufs- und Verkostungsraum eingerichtet werden, in dem die edlen Brände des Betriebs in charmantem Landbrennerhaus-Ambiente verkostet werden können.

Das Herzstück des Gebäudes wird die neue Schaubrenneranlage. Hier entstehen Destillate auf höchstem Niveau, die mit Liebe und Leidenschaft aus den Getreiden der eigenen Landwirtschaft und den Früchten der hauseigenen Streuobstwiesen destilliert werden. (Eröffnungstermin: 20.Oktober 2021)

Was es bei der Landbrennerei Kleinhenz zu entdecken gibt:

  • Whisky, Edelbrände, Schnäpse und Liköre – reine Naturprodukte ohne chemische oder künstliche Zusatzstoffe.
  • Betriebsführungen mit Verkostung
  • Scheunen-, Schnaps- und Schlachtschüsselfest
  • Exklusive Geschenkidee: Befülle dein eigenes Whiskyfass

Die Korn-Brand-Tour

Der 6 Kilometer lange Rundweg „Korn-Brand-Tour“ startet am Wanderparkplatz vor Völkersleier (von Wartmannsroth kommend) und führt durch die typisch landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft aus Obstbaumalleen, Weide- und Mähwiesen und natürlich Getreidefelder.

Am „Steinküppel“ mit Schutzhütte und Ruheplatz hat man einen herrlichen Panoramablick auf das Schondratal, die Schwarzen Berge und auf die Höhenzüge der Hochrhön.

Auf den gut verteilten Infotafeln erfährt man viel Wissenswertes über die verschiedenen Getreidesorten und dem Kreislauf von der Saat bis zur Ernte und von der Herstellung der Maische bis zum veredelten Trinkalkohol, dem „Korn“.

Brenner in Völkersleiter

Der SchnapsKOCHer
Quellengasse 9
97797 Völkersleiter

Die SchnapsKocher, das sind Robert Koch und seine Frau Cornelia, die das Brennen bereits in der 4. Generation betreiben.

Nach einer herzlichen Begrüßung nimmt mich Conny mit in die gemütliche Probierstube, in der Wanderer, Besucher und Übernachtungsgäste nach vorheriger Absprache auch frühstücken, einkehren oder eine Schnapsprobe mit einer deftigen Brotzeit machen können.

Conny erzählt mir, dass sie und ihre Familie neben dem Brennen den Hof als Landwirtschaftlichen Betrieb mit Feldern und Mastschweinen betreiben und das Getreide für die Kornbrände von den eigenen Feldern stammt.

Auf dem Weg in den Obst- und Gemüsegarten erfahre ich, dass für die Obstbrände und Liköre hauptsächlich Rohstoffe verwendet werden, die um den Hof herum wachsen und dass die Liköre aus dem selbst erzeugten Alkohol hergestellt werden.

Danach geht es noch in den Keller wo die Holzfässer stehen in denen die Kornbrände zu Whisky veredelt werden.

Was ich beim SchnapsKOCHer entdeckt habe:

  • Whisky, Brände und Liköre aus Rohstoffen, die hauptsächlich um den Hof herum wachsen
  • Spezialiäten wie den Rhöndiesel oder den Völkschlerer Dschin
  • Schnapsprobe to go
  • Übernachtungsmöglichkeit mit Frühstück
  • Schnapsprobe im Brenner-Stüberl
  • Regelmäßige Veranstaltungen wie „Brand & Kesselfleisch“

Die Extratour Wald-Brand

Die 12 Kilometer lange Extratour „Wald-Brand“ ist die längste und für mich schönste der fünf Touren auf dem Brennerweg. Darum habe ich sie in einem eigenen Beitrag ausführlich beschrieben.

Zum Beitrag -> EXTRATOUR Wald-Brand

Der Wildfrüchte-Weg

Der 6,7 Kilometer lange „Wildfrüchte-Weg“ startet am Wanderparplatz in Schwärzelbach und führt über Neuwirtshaus durch die landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft, vorbei an langgezogenen Hecken, die Lebensraum für heimische Wildgehölze wie Schlehdorn, Holunder, Vogelbeere und Heckenrose sind.

Highlights der Tour sind der „Binsrain“ mit seiner fantastischen Panoramaaussicht und der direkt gegenüber liegende ehemalige Basaltbruch „Hornhag“ mit einer Erlebnisstation.

Auf der Strecke erfährt man an den Infotafeln, welche leckeren Brände und Liköre aus diesen Wildfrüchten gewonnen werden und seltene Kulturfrüchte wie Kornelkirsche, Mispel oder Süßbirne werden ausführlicher vorgestellt.

Brenner in Neuwirtshaus

Bold´s Schnapsideen
Fuldaer Straße 14
97797 Neuwirtshaus

Die Destillathek mit Hofladen von Lothar und Ingrid Bold liegt in Neuwirtshaus direkt an der B27. Nach einer herzlichen Begrüßung erzählen mir die Beiden in ihrem modern eingerichteten Präsentations- und Seminarraum, dass bei ihren Obstbränden, Likören, dem Bio-Gin oder Bio-Whisky die von der Frucht eingefangenen Aromen durch naturbelassene Verarbeitungsschritte natürlich und ohne „Schnick-Schnack“ sind. Denn die allermeisten der verarbeiteten Rohstoffe sind aus dem eigenen Garten oder der Region. Die Beiden erzeugen, ernten und verarbeiten das ausgewählte Obst, das Getreide und die Kräuter selbst. Sie arbeiten ökologisch und nach Bio-Richtlinien.

Vom Präsentationsraum, in dem die Verkostungen und Ingrids (Kräuter) Seminare abgehalten werden, gehen wir raus in den Kräutergarten. Hier erfahre ich welche genussvollen und besonderen Destillate aus ihren Kräutern und den Früchten ihrer Obstbäume, bei denen sehr alte und seltene Apfel- und Birnensorten dabei sind, produziert werden. Nur die Stelle im Wald wo Lothar seine Himbeeren erntet, die möchte er mir nicht verraten.

Was ich bei Bold´s Schnapsideen entdeckt habe:

  • Feine Rhöner Schnäpse, Brände und hausgemachte Liköre ohne Schnick-Schnack
  • Bio-Gin und Bio-Whisky
  • Außergewöhnliche Fruchtaufstriche
  • Hausgemachter Kuchen im Brenner-Café
  • GEISTVOLLE Geschenk-Ideen und Sonderabfüllungen 
  • Kräuterseminare, Verkostungen und Brennereiführung
  • Wohnmobilstellplatz

Die Streuobst-Route

Die 5 Kilometer lange „Streuobst-Route“ startet am Wanderparkplatz in Windheim und ist eingebettet in eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft, die entlang alter Streuobstbestände mit alten Apfelsorten und Junganpflanzungen mit Obstsorten, die besonders für sortenreine Brände geeignet sind, vorbeiführt.

Auf den zahlreichen Infotafeln erfährt man eine ganze Menge über die Bedeutung der Früchte der Streuobstwiesen für die Brenner. Es wird das Anlegen und Pflegen einer Streuobstwiese beschrieben, die Zeit, die für die Vermehrung von Obstsorten aufgewendet wird und die Vielfalt an Pflanzen und Tieren, die hier ihren Lebensraum finden. Und natürlich gibt es Infos über die Bienen, ohne die es keine Früchte gäbe.

Brenner in Windheim

Genussbrennerei Lutz
Kapellenweg 5
97797 Windheim

Dass Andreas Lutz ein Brenner aus Leidenschaft ist, merke ich sofort nach der Begrüßung. Stolz erzählt er mir, dass er hier seit 2019 die erste Rhöner Verschlussbrennerei betreibt, wodurch sich völlig neue Möglichkeiten bezüglich der Vielfalt der Destillate und der Produktivität der Brennerei eröffneten. Denn als Verschlussbrenner darf er aus jedem beliebigen Rohstoff so viel brennen wie er möchte, da er keiner mengenmäßigen Beschränkung unterliegt.

Von der hauseigenen Destillathek, die nicht nur den Verkaufsraum beherbergt, sondern auch genügend Platz für Verkostungen bietet, nimmt er mich mit in seine „heilige Halle“. Dort erfahre ich einiges vom Prinzip des Schnappsbrennens: vom Aufbereiten der Maische, dem Destillieren und der Mazeration.

Wenn ihr wissen möchtet, was sich hinter diesen geheimnisvollen Begriffen verbirgt und ihr das Endergebnis probieren möchtet, dann empfehle ich euch einen Verkostungstermin mit Andreas Lutz zu vereinbaren. Bestimmt dürft ihr dann auch einmal in den Keller mit den alten Holzfässern.

Was ich bei der Genussbrennerei Lutz entdeckt habe:

  • Edle Brände, Geiste, Liköre und Apfelsecco
  • Fruchtaufstriche
  • Geschenkkörbe
  • Verkostungen und Führungen durch die Brennerei