Ein Jahr im Weinberg: Februar

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Viele Winzer:innen haben bereits Anfang Januar, mit dem Rebschnitt begonnen und auch im Februar müssen noch in vielen Weinbergen die Reben auf ein bis zwei Fruchtruten zurückgeschnitten werden. Da es sich beim Rebschnitt um reine Handarbeit handelt, ist es eine zeitaufwändige Arbeit und dauert je nach Sorte, Stock- und Zeilenabstand ungefähr 60 bis 100 Stunden pro Hektar (was in etwa 3-4 Minuten pro Rebstock entspricht).

Beim Rebschnitt werden zuerst die frostfreien Lagen mit frostharten Sorten, wie zum Beispiel der Riesling, geschnitten. Bei frostempfindlichen Sorten oder in schwachwüchsigen und frostgefährdeten Weinbergen erfolgt der Rebschnitt hingegen möglichst spät. Der Rebschnitt sollte grundsätzlich bis zur ersten Aprildekade beendet sein, bevor sich der Boden erwärmt und die Rebsäfte wieder anfangen zu fließen.

Beim zurückschneiden der Reben begutachtet der Winzer auch den Zustand der Drähte und Spaliere, die den Reben in den kommenden Monaten als stabile Wachstumshelfer dienen sollen. Winterliche Temperaturen und widrige Witterung sorgen immer wieder für Beschädigungen, die mit frischen Drähten und Holzpfählen repariert werden müssen.

Was passiert im Weinkeller?

Sind die Rebstöcke vollständig beschnitten und die Weinberge bereit für ein weiteres, spannendes Weinjahr können sich die Winzer:innen intensiver mit den Weinen des vergangenen Jahrgangs beschäftigen und regelmäßige Verkostungen durchführen.

Zeigen sich Jungweine bereits von einer ausgewogenen Seite, können sie in den kommenden Wochen abgefüllt werden. Ist das noch nicht der Fall, müssen die Winzer:innen täglich neu verkosten und den Zeitpunkt der perfekten Struktur und des gewünschten Aromas abpassen.

Wenn es um den zusätzlichen Ausbau eines Weins geht müssen die Winzer:innen entscheiden, ob leichte und fruchtige Tropfen möglichst schnell in die Flasche und kurz darauf in den Handel kommen oder ob ein hoffnungsvoller Tropfen weiter im Fass auf seinen großen Moment warten muss.

Im Februar geht es im Weinkeller vor allem um den Genuss. Bei der Begutachtung der Weine denken die Winzer:innen auch an mögliche Verschnitte, bei denen sich einzelne Tropfen gegenseitig ergänzen. Denn gerade bei der Komposition von Cuvées ist großes Geschick gefragt.

Viele Winzer:innen nehmen diese wichtige Aufgabe daher meist nicht alleine in Angriff, sondern pflegen einen regen Austausch mit Kellermeistern, befreundeten Winzern und Familienmitgliedern.

Nicht selten laden Weingüter im Februar auch Verbraucher und Geschäftspartner in ihre Keller ein, um ihnen einen ersten Vorgeschmack auf den Jahrgang zu bieten. Im Rahmen solcher Veranstaltungen wird dann klar, welches Potenzial der Wein des vergangenen Jahres in sich birgt und was der Kunde von ihm erwarten kann.

Mein Käse-Wein-Match im Februar

Frischkäse ist der einzige Käse, der nicht reifen muss und direkt nach der Herstellung verzehrt werden kann. Mit seinem angenehm frischen Geschmack und seiner Wandlungsfähigkeit verfeinert Frischkäse jede Mahlzeit: als Brotaufstrich oder Dip, gesüßt als Dessert und im Kuchen oder naturbelassen mit Obst oder Rohkost. Und welcher Wein passt zu Frischkäse?

Für ein perfektes Match gilt: Je cremiger der Frischkäse, desto mehr Säure darf der Wein haben.

Als idealer Partner für einen milden cremigen Frischkäse empfiehlt sich ein säurearmer, fruchtbetonter Weißwein mit dezenter Restsüße wie z.B. ein lebhaft leichter Silvaner, ein Weißer Burgunder oder lieblicher Müller-Thurgau.

Geschmacksvielfalt erleben

SILVANER ist Vielfalt. Ein unkomplizierter Sommerwein, ein geschmeidiger, cremiger Barriquewein, ein gut entwickeltes, elegantes und lebhaftes Grosses Gewächs oder ein intensiver lang anhaltender Edelsüßer. Alles ist möglich. Die Rebsorte spiegelt perfekt sein Terroir wieder und verbindet die erdigen Töne mit zarten fruchtigen Aromen und milder Säure.

WEISSBURGUNDER sind ideale Menüweine. Neben leichten Sommerweinen finden sich kraftvolle Abfüllungen bis hin zur trockenen Auslese. Nicht übertrieben alkoholreich, besitzt der Weißburgunder ein dezentes Aroma, das häufig an grüne Nüsse, Apfel, Birne, Quitte, Aprikose, Zitrusfrüchte oder frische Ananas erinnert. Mäßiger Körper und eine angenehm erfrischende Säure zeichnen ihn als vielseitig verwendbaren Menüwein oder einfach als gut gekühlten Terrassenwein aus.

MÜLLER-THURGAU ist süffig. Ein geschmacklich leicht zugänglicher Wein der aufgrund seiner harmonischen Charaktereigenschaften gerne getrunken wird. Die Rebsorte reift früh und liefert süffige, manchmal blumige, mit einem feinfruchtigen Muskataroma versehene Weine. Der Ausbau erfolgt meist in Edelstahltanks, mit denen gut die Frische und der Sortenduft  erhalten werden kann.

Rezeptvorschlag für einen Frischkäse-Dip

Kräuter-Radieschen-Dip

ZUTATEN (für 4 Personen)
1 Bd. Radieschen
1/2 Bd. Schnittlauch
1/2 Bd. Petersilie
1/2 Bd. Kerbel
300g Natur-Frischkäse (fettarm)
Jodsalz mit Fluorid
Weißer Pfeffer

ZUBEREITUNG

  1. Den Schnittlauch waschen, trocken schütteln und in feine Röllchen schneiden.
  2. Die Petersilie und den Kerbel waschen, trocken schütteln, Blätter von den Stielen streifen und fein hacken.
  3. Die Radieschen putzen, waschen und fein würfeln.
  4. Etwas Schnittlauch, Petersilie, Kerbel und Radieschen zum Garnieren beiseite stellen.
  5. Den Frischkäse in eine Schüssel geben und glatt rühren.
  6. Die restliche Kräuter und Radieschen in die Schüssel geben und verrühren.
  7. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  8. Den Dip in einer kleinen Schale anrichten, mit bei Seite gestellten Kräutern garnieren und mit einem knusprig frischen Baguette und einem lebhaft leichten Weißwein genießen.

Ich wünsche ich euch viele schöne Genussmomente und ein vergnügliches „dippen“!