Mein Erlebniswochenende im Nationalpark Hainich

nationalpark hainich

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Was verbindet die Wartburgstadt Eisenach, die Residenzstadt Gotha, die mittelalterliche Reichsstadt Mühlhausen und die Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza? Sie alle liegen rund um den Nationalpark Hainich in der Welterberegion Wartburg Hainich und sind nur einen Katzensprung voneinander entfernt!

Begleitet mich bei meiner Entdeckungstour auf dem Weg zum „Urwald“ im Nationalpark Hainich und schlendert mit mir durch die historischen Gassen von Bad Langensalza. Die Kur- und Rosenstadt mit ihren zahlreichen Parks und Themengärten ist ein echter Geheimtipp!

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Rundgang durch die historische Altstadt

Mein Auto parke ich in Bad Langensalza kostenfrei am Parkplatz Rosengarten. Von dort laufe ich entlang der Kurpromenade in die Altstadt zur Touristeninformation, die sich im historischen Haus „Zum Grünen Schild“ befindet. Hier bekomme ich von der super freundlichen Mitarbeiterin interessante Tipps und Empfehlungen zu meinen heutigen Ausflugszielen.

Ausgestattet mit einem handlichen A4-großen Stadtplan, in den der Rundgang durch die historische Altstadt und die 10 unterschiedlichen Parks und Themengärten eingezeichnet sind, starte ich meinen Stadtrundgang an der gegenüberliegenden Marktkirche St. Bonifacii.

Die beeindruckende Marktkirche ist die größte evangelische Pfarrkirche in Bad Langensalza und wurde aus Quadern des heimischen Travertins errichtet. Der 72,5 Meter hohe Turm mit seinem Renaissanceobergeschoss ist der zweithöchste Kirchturm in Thüringen.

Ich folge der Marktstraße, entlang der zahlreichen kleinen Geschäfte, Restaurants und detailreich verzierten Patrizierhäuser bis zum Rathaus mit dem „Breiten Brunnen“. Täglich um 12 und 18 Uhr erklingt hier ein Glockenspiel. Das Glockenspiel besteht aus Glocken, die 14 verschiedene Melodien spielen können.

Auf dem Weg vom Rathaus zum Arboretum – dem Garten der Bäume – komme ich am Stadtmuseum vorbei. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Augustinereremitenkloster. Bei einem Museumsrundgang könnt ihr die erhaltenen Bauteile des Klosters besichtigen und den herrlichen Blick auf die Stadt vom Turm der einstigen Klosterkirche genießen.

Der Drei-Türme-Blick

Der Eingang der geschichtsträchtigen Parkanlage des Arboretum befindet sich an der Gottesackerkirche „St. Trinitatis“. Bereits beim Betreten der Parkanalge bin von der eindrucksvollen Frühjahrsblüte begeistert. Seit Ende März verwandeln hier 500.000 Frühblüher den Park in ein buntes Blütenmeer.

Doch hier in der Parkanlage kann man nicht nur wunderbar entspannen und entschleunigen. Auf meinem Weg durch den Park entdecke ich, neben einer großen Vielfalt an Bäumen und Sträuchern, zwölf Skulpturen aus Holz und Muschelkalk. Und in der Mitte des Parks steht das mächtige Hannoveraner Denkmal, das an die Schlacht bei Langensalza 1866 erinnert.

Von der kleinen Parkanlage vor der Gottesackerkirche habe ich einen einzigartigen Blick auf die Stadt. Nämlich den DREI-TÜRME-BLICK. Ich kann den Turm der Augustinerklosterkirche, den Hausmannsturm des Rathauses und den Kirchturm der Marktkirche St. Bonifacii sehen. Ein klasse Motiv!

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Vom Arboretum laufe ich an der historischen Stadtmauer hinab zum Thüringer Apothekenmuseum im „Haus Rosenthal“ – einem der ältesten Fachwerkhäuser der Stadt. Zum Apothekenmuseum gehört übrigens auch ein Apothekergarten in dem typische Heil-, Gewürz- und Giftpflanzen wachsen, die bei der Produktion von Arzneimitteln verwendet werden.

Der Rundweg führt leicht ansteigend hinauf zur Bergkirche St. Stephani, der ältesten noch existierenden Kirche der Stadt Bad Langensalza. Von dort geht es entlang eines schmalen Gässchens zum Schloss Dryburg, dem ältesten erhaltenen, komplett aus Stein gemauerten Wohngebäudes der Stadt. Von der mittelalterlichen Kernburg ist noch der Westflügel erhalten. Er beherbergt heute unter anderem die Galerie des Kunstwestthüringer e.V..

Am Storchennestturm, der Torturm des ehemaligen „Frauentors“ auf dem sich das älteste Storchennest Thüringens befand, werfe ich einen Blick auf meinen handlichen A4-großen Stadtplan und sehe, dass ich bereits ganz in der Nähe des Restaurants Ratswaage bin, das ich für meine „Mittagspause“ ausgewählt habe.

Ein kulinarischer Gruß aus der Küche

Das Restaurant Ratswaage befindet sich in der Mühlhäuser Straße 40. Es ist bereits gut besucht und im Außenbereich sind alle Plätze vergeben. Ich bekomme einen freien Tisch im gemütlichen Bier- und Weinkeller.

Nach einem Blick auf die Speisekarte entscheide ich mich für

VORSPEISE
Spargelcremesüppchen mit Einlage und Baguette

HAUPTSPEISE
Zart geschmorte Rinderbäckchen, in herzhafter Soße mit hausgemachten Rotkohl und Thüringer Klößen.

GETRÄNK
Bier „Süffiger Günter“ von der Drei Türme Brauerei aus Bad Langensalza
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Während ich mir Gedanken darüber mache, ob ich noch ein Dessert schaffe, kommt Geschäftsführer Martin Braun zu mir an den Tisch um mir etwas Gesellschaft zu leisten. Er hat mir „zum Probieren“ eine kleine Portion frischer Spargel vom Spargelhof aus Herbsleben mit regionalen Kartoffeln und einer hausgemachten Sauce Hollandaise mitgebracht. Dazu passend hat er einen Gutedel Wein aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut vom Weingut Zahn ausgewählt.

Eigentlich habe ich erwartet, dass er mir etwas von seinen Bier-, Wein-, Whisky- oder Gin-Tastings erzählt, die er in seinem gemütlichen Gewölbekeller abhält. Doch stattdessen erfahre ich viel interessantes über die Region und die regionalen Produkte, mit denen in seiner Küche klassische deutsche Gerichte neu interpretiert werden. Ich bin begeistert!

Rundgang durch den Schlosspark

Frisch gestärkt laufe ich auf der Marktstraße zurück zur Touristeninformation und setze
meinen Rundgang durch die historische Altstadt auf der dahinter liegenden Kurpromenade fort.

Ich treffe auf das wunderschöne Friederikenschlösschen mit dem idyllischen Park. Beim Rundgang durch den terrassenartig angelegten Schlosspark komme ich an der ehemaligen Orangerie, einer historischer Druckerei und dem Pavillon mit dem Bronzebecken aus dem Schwefelwasser sprudelt vorbei. Das Schwefelwasser wird bereits seit 1812 in der Kurstadt als Heilwasser verwendet.

Vom barocken Sommerschlösschen folge ich der Kurpromenade durch den Kurpark zum Klagetor, dem einzigen, noch erhaltenen Stadttor. Ganz in der Nähe befindet sich der farbenprächtige Rosengarten, der leider noch geschlossen ist, da er nur von Mai bis Oktober geöffnet hat.

Fun Fact: Im sogenannten „Garten der Liebe“ könnt ihr über 450 Rosenarten wie Englische Rosen, Wild- und Edelrosen und die Sammlung der Bad Langensalzaer Rosen bewundern. Unter Rosenkennern gilt der Rosengarten als einer der schönsten Deutschlands.

Ich laufe weiter an der Stadtmauer entlang und erreiche den Japanischen Garten. Der „Garten der Glückseligkeit“ ist von März bis Oktober geöffnet und der Besuch ist kostenpflichtig.

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Im „Garten der Glückseligkeit“

Nach dem Betreten des Japanischen Gartens lasse ich meinen Blick über die einzigartige Gartenlandschaft und dem wunderschönen Pflanzenpavillon mit seinem original Japanischen Teehaus schweifen. An der Infotafel vor dem Bambushain verschaffe ich mir einen Überblick über die einzelnen Stationen des Gartens.

Ich starte meinen Rundgang an der Zickzackbrücke, die über einen mit Seerosen und Wasserlilien gesäumten Teich führt. An der Nordseite des Teichs ist ein kleiner Wasserfall und eine „Schneebetrachtungs-Laterne“.

Bevor ich den Teich umrunde und mich an dem rosa Blütenteppich erfreue, der im Kirschgarten den Boden bedeckt, beobachte ich von der Zickzackbrücke noch eine Weile die majestätisch dahin schwimmenden Kois.

Danach folge ich dem Rundweg der am „Pavillon des Teetrinkens“ und an den mit viel Glas gebauten zweistöckigen Pflanzenpavillon vorbeiführt. Im oberen Stockwerk des Pflanzenpavillon befindet sich ein Teehaus, in dem man an den regelmäßig durchgeführten Teezeremonien teilnehmen kann.

In der Mitte des Gartens wurde ein „trockener Garten“ mit hellem, in Linien geharktem Splitt angelegt. Im Kiesbett sind zwei kleine Inseln in Form eines Kranichs und einer Schildkröte, zwei in der Japanischen Mythologie Glück bringenden Tiere.

Auf dem Weg zurück zum Ein-/Ausgang komme ich an Steinsetzungen im japanischen Stil vorbei, die sich anmutig durch den Garten schlängeln. Ich erfreue mich an der Ästhetik der meisterhaft gestalteten Bonsais, verweile kurz am Platz der heiligen Bäume und entdecke noch einen sitzenden Buddha aus Stein im Azaleengarten.

Auf dem Weg zum Urwald

Nach meinem historischen Rundgang durch die Altstadt, den kulinarischen Genüssen in der Ratswaage und den erholsamen Spaziergängen durch zwei traumhaft schöne Gärten fahre ich zu einem der beliebtesten Ausflugsziele im Nationalpark Hainich, dem Baumkronenpfad.

Ich parke am gebührenpflichtigen Wanderparkplatz Thiemsburg. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Nationalparkzentrum, das Forsthaus Thiemsburg und direkt davor die wildnisartige Abenteuerlandschaft „Im Reich des Fagati“, die bei Kindern spielerisch das Interesse an ursprünglicher Natur wecken soll.

Nachdem ich im Nationalparkzentrum mein Ticket für den Baumkronenpfad gelöst habe, folge ich den Wegweisern zum Aussichtsturm – dem Einstieg zum Baumkronenpfad.

Hinweis: Es gibt einen Lift, der Senioren und mobilitätseingeschränkten Menschen den Besuch auf dem Pfad ermöglicht. Der Baumkronenpfad ist komplett barrierefrei begehbar und ebenfalls für Kinderwagen geeignet. Lediglich der Aussichtsturm ist nur über eine Treppe zu erreichen.
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Nachdem ich die ersten Stufen hinaufgestiegen bin, verläuft der Pfad ab einer Höhe von 10 Metern stetig leicht ansteigend auf eine Höhe von 24 Metern. Der Baumkronenpfad führt mitten durchs Blattwerk stattlicher Laubbäume bis über ihre Wipfel und schlängelt sich auf einer Länge von 540 m vom unteren Kronenbereich hinauf bis zu den Spitzen der Urwald-Baumkronen.

Auf dem gesamten Pfad findet man Schautafeln mit Informationen und Rätsel über die Tier- und Pflanzenwelt. Für Kinder und Junggebliebene gibt es Kletterpartien durch Hängebrücken und verschiedene Netzelemente, die Spaß und Nervenkitzel bieten.

Von der offenen Aussichtsplattform des 44 Meter hohen Baumturms hat man einen herrlichen Panoramablick auf das Thüringer Becken und den gesamten Hainich – einem „Urwald mitten in Deutschland“.

Gemütlicher Spaziergang auf der Waldpromenade

Auf meinem Weg zurück zum Forsthaus Thiemsburg komme ich, auf der Hälfte des Weges, am Eingang zur „Waldpromenade“ vorbei.

Ich folge dem 1,2 km langen Rundweg, der seine Besucher auf einem gemütlichen Spazierweg dazu einlädt, den Wald mit seiner beruhigenden und Kraft spendenden Sinnlichkeit zu genießen.

Entlang des barrierefreien Weges befinden sich elf Themeninseln, die mich immer wieder zum bewussten Waldgenießen anregen.

Wieder zurück am Nationalparkzentrum habe ich noch ausreichend Zeit für den Besuch der aufwendig gestalteten Erlebniswelten.

In starte in der Erlebniswelt „Entdecke die Geheimnisse des Hainich“ und bekomme durch interaktive Präsentationen, Filmvorführungen und Modelle spielerisch die Kreisläufe der Natur und komplexe Prozesse erklärt. Das ist super interessant!

In der Erlebniswelt „Wurzelhöhle“ begebe ich mich dann auf Augenhöhe mit den Regenwürmern und durchschreite als Mensch im Mini-Format eine Wurzelhöhle. So erfahre ich alles über bekannte und unbekannte Lebewesen sowie biologische Prozesse der Welt unter den Bäumen. Das macht mächtig viel Spaß!

Regionale Genüsse im Forsthaus Thiemsburg

Gegenüber vom Nationalparkzentrum ist das Forsthaus Thiemsburg. Hier finden Wanderer und Naturliebhaber eine gastfreundliche Unterkunft und auf der Speisekarte des gemütlich eingerichteten Restaurants eine große Auswahl klassischer und regionaler Gerichte.

Ich suche mir einen Platz auf der offenen Terrasse der Ausflugsgaststätte. Nach einem Blick auf die Speisekarte habe ich mir mein „Thüringer Menü“ zusammengestellt:

VORSPEISE
Kräftige Soljanka mit Sauerrahm, dazu Baguette
(Soljanka ist in deftiger Eintopf mit Fleisch, Paprika und Essiggurken)

HAUPTGERICHT
Thüringer Bratwurst
mit Honig-Senf-Sauerkraut und Rosmarinkartoffeln

GETRÄNK
Saale-Unstrut
Cuvee QbA, halbtrocken
vom Weingut Seeliger
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Übernachten in der Nationalparkgemeinde Kammerforst

Vom Wanderparkplatz Thiemsburg sind es etwa 30 Minuten mit dem Auto nach Kammerforst zum Waldgasthof und Hotel „Hainich Haus“.

Der Waldgasthof „Hainich Haus“ liegt idyllisch und ruhig am Waldrand von Kammerforst. Als ich dort eintreffe, werde ich von Anja Rettelbusch, der Tochter der Gastgeberfamilie Rettelbusch, herzlich begrüßt.

Nachdem ich mein Gepäck auf mein rustikal eingerichtetes Zimmer gebracht habe, mache ich noch einen kurzen Abendspaziergang durch die Felder. Danach lege mich schlafen und freue mich auf einen ereignisreichen Bloggerwandertag, der morgen am Wanderparkplatz „Am Zollgarten“ in Kammerforst startet!

Was der Bloggerwandertag mit dem 32. Thüringer Wandertag am 22. Juni 2024 in der Nationalparkgemeinde Kammerforst zu tun hat und was ich mit den Thüringer Bloggern erlebt habe, könnt ihr in meinem Blogbeitrag „Bloggerwandertag im Vorfeld des 32. Thüringer Wandertag in Kammerforst“ lesen!