Der Dschungelpfad bei Volkach

Astheim am Main

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Wer im Sommerurlaub etwas erleben möchte, der muss ein fremdes Land bereisen, höre ich immer wieder. Manchmal reicht aber auch schon ein anderes Bundesland oder das Umland vor der eigenen Haustüre. In meinem Fall war es Letzteres. Eine gute Bekannte erzählte mir von einer Wandertour in der Nähe von Würzburg, die einen „Dschungelpfad“ auf dem Routenplan hat. Ich war begeistert.

Maria im Weingarten
Wallfahrtskapelle „Maria im Weingarten“

Wir verabredeten uns für das kommende Wochenende und fuhren zunächst von Würzburg auf der B19 Richtung Schweinfurt. Bei Kürnach verließen wir die Bundesstraße und folgten den Verkehrsschildern nach Volkach. Unser Ziel war Astheim. Der kleine Weinort liegt direkt vor Volkach und ist durch eine Brücke mit dem bekannten Weinort verbunden.

Streuobstwiese bei Astheim

Wir parkten unterhalb der Mainbrücke und fanden in der Nähe eines Bildstocks den Hinweis auf den Wanderweg „14“ von dem wir nicht so genau wussten, ob er uns links- oder rechtsseitig vom Main zurück führen wird. Auf einem schmalen Radweg liefen wir an privaten Gemüsebeeten vorbei und sahen auf der anderen Mainseite die Wallfahrtskirche „Maria im Weingarten“.

Streuobstwiese bei Astheim

Nach ein paar Minuten bog der Radweg nach rechts ab und wir liefen geradeaus auf einem Feldweg weiter. Die Sonne und der blaue Himmel machten richtig Lust auf Natur. Vor ein paar Quittenbäumen stand eine Hinweistafel „Zum Quittenlehrpfad“ und eine Hinweistafel vom Quittenladen Wolfahrt in Astheim.

Zwetschgenbaum

Unser Weg war gesäumt von den Weinreben vom Weingut Johannes Büttner, Birnenbäume bei denen ich bereits die Früchte in einem traditionellen Birnen Schlupfkuchen verarbeitet sah und Zwetschgenbäume die so voller reifer Früchte waren, dass wir uns erstmal eine Handvoll zum Sofortverzehr gönnten. Herr Wolfahrt möge es uns verzeihen!

Dschungelpfad

Es war so herrlich, hier durch die ganzen Obstplantagen zu laufen. Und dann war er auf einmal da: der Dschungelpfad! Ein kleiner Trampelpfad der direkt am Main entlang durch ein Waldstück führt, das völlig naturbelassen geblieben ist. Hier liegen schon einmal ein paar Baumstämme quer und wir mussten leicht gebückt darunter durch oder darüber hinweg steigen. Das machte soviel Spaß!

Dschungelpfad

Und immer wieder gab der Wald an einigen Stellen den Blick auf den Main frei. Wir entdeckten einen dicken Baumstamm dessen Wurzeln bis ins Wasser reichten. Wir kletterten über die Wurzelarme und fanden eine Pflanzenart, die meine Pflanzen App als „Safranwasserfenchel“ erkannte. Während ich Aufnahmen machte kamen ein paar Schmetterlinge vorbeigeflogen. Einer davon war ein Pfauenauge, an den ich aber nicht nah genug herankam, um ihn perfekt fotografieren zu können.

Pfauenauge

Wir verbrachten viel Zeit mit begeistert staunen und fotografieren, so dass die angegebene Laufzeit von knapp 3 Stunden für unsere etwa 12 km lange Tour wahrscheinlich nur einzuhalten ist, wenn man ohne größere Pause durchläuft.

Sonnenblumen

Am Ende des Dschungelpfades hatten wir in etwa die Hälfte der geplanten Tour geschafft. Es waren nur noch wenige Minuten zu Laufen bis wir die ehemalige Brauerei in Kaltenhausen erreichten. Auf diesem Weg, vorbei an riesigen Sonnenblumen und leuchtenden Weizenfeldern trafen wir ein paar super entspannte Kühe. Diese grasten auf einer kleinen saftigen Weide und wir verstanden es als Zeichen, ebenfalls eine kleine Pause einzulegen und die mitgebrachte Brotzeit zu verzehren.

Kühe

Direkt vor der ehemaligen Brauerei führt ein Weg durch den Wald nach oben zur Vogelsburg. Der Einstieg führt über Stufen hinauf zu einer kleinen Bank auf der wir eine Rast einlegten. Während wir unsere belegten Brötchen mit kleinen Gurken und Tomaten aus dem Garten meiner Bekannten verzehrten, genossen wir auf diesem herrlich schattigen Plätzchen die Aussicht über die Felder bis hinüber zur Fähre, die Reisende in den Ort Fahr bringt.

Fußweg zur Vogelsburg

Und „mit der Fähre fahren“ war dann auch das ausschlaggebende Argument unsere Planung, vom Weg über die Vogelsburg zurück nach Astheim, zu ändern und stattdessen den Rückweg auf der gegenüberliegenden Mainseite zu nehmen und der Wallfahrtskirche „Maria im Weingarten“ einen Besuch abzustatten.

Mainfähre bei Fahr

Als wir den Steg in Fahr erreichten, legte die Fähre gerade an. Wir setzten unsere mitgeführten Mund-Nasen-Masken auf und gingen an Bord. Auch wenn die Fahrt nur ein paar Minuten dauert, macht das richtig Spaß den Main auf diese Art zu überqueren.

Mainfähre bei Fahr

Von Fahr aus liefen wir ein Stück abseits vom Radweg Richtung Volkach, vorbei an der Vinothek und Weinstube der Familie Meusert und dem Elgersheimer Hof bis wir an einem kleinen Baggersee vorbeikamen. Danach verließen wir den Radweg und überquerten die Straße die von Fahr nach Volkach führt und liefen auf dem Panoramaweg in den Weinbergen weiter.

Panorama Weinwanderweg

An einem Ölbergbildstock ging es ordentlich bergauf. Doch es lohnte sich, denn wir wurden, bis wir die Wallfahrtskirche erreicht hatten, mit einem herrlichen Panoramablick ins Maintal belohnt. Über einen kleinen Pfad gelangten wir zur Eingangspforte der Wallfahrtskirche „Maria im Weingarten“. Die erfrischende Kühle der Kirche war sehr angenehm und wir bestaunten die „schwebende Madonna im Rosenkranz“ von Tilman Riemenschneider.

Maria im Weingarten

An diesem sonnigen Tag hatten wir nach einer herrlich abwechslungsreichen Wandertour nur noch ein Ziel: gemütlich und im Sitzen einen Eiscafe schlürfen! Wir liefen am Schwimmbad vorbei Richtung Innenstadt und als wir am Eiscafè „Die Eismacher“ vorbeikamen wurde gerade ein Tisch frei! Besser geht es nicht!

Maria im Weingarten

Nach einem kleinen Stadtbummel ging es über die Mainbrücke zurück zum Parkplatz in Astheim. Auf der Fahrt nach Würzburg nahmen wir uns vor, die Tour im Herbst noch einmal zu laufen. Dann, wenn sich die Landschaft komplett verändert haben wird und wir auf dem „Dschungelpfad“ mit seinen schmalen Wegen und natürlichen Hindernissen ein ganz neues Abenteuer erleben können!