Würzburg entdecken: Klein Nizza

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Wer in Würzburg von der Wallfahrtskirche Käppele oder der Festung Marienberg auf die Stadt blickt, dem fällt der große Grüngürtel auf, der sich um die Würzburger Altstadt zieht. Doch der Ringpark mit seinen zahlreichen Brunnen und Denkmälern ist nur einer von vielen „Grünen Oasen“ die von Einheimischen und Touristen gleichermaßen gerne zur Naherholung genutzt werden.

Eines der beliebtesten Teilstücke des Ringparks ist die von Würzburgern liebevoll „Klein Nizza“genannte Gartenanlage, die zwischen der ehemaligen Wallmauer auf der Höhe des Hofgartens und dem Friedrich-Ebert-Ring verläuft.

Fun Fact:
Die Bezeichnung Nizza war in Anlehnung an die Rivierastadt Nizza mit ihren prachtvollen Gärten zu einem feststehenden Begriff in der Gartenkunst geworden und bezeichnete um die Jahrhundertwende eine bestimmte, vom allgemeinen Parkstil abweichende Gartenanlage mit reicher Bepflanzung aus seltenen Gehölz- und Blumenpflanzen, subtropischen Gehölzen, Stauden, eventuell auch Kübelpflanzen und Palmen. (Quelle: Wikipedia)

Angelegt wurde die Gartenanlage mit seiner abwechslungsreichen Teich- und Blumenlandschaft vom Ökonomierat Engelbert Sturm zwischen 1894 und 1900.

Mittelpunkt der Anlage ist ein Teich auf dem sich zwei Entenhäuschen befinden. Hier treffen sich Spaziergänger zu einer Ruhepause auf den bereitstehenden Bänken und Familien mit ihren Kindern, um die auf dem Teich ausgesetzten Enten zu füttern.

Neben dem Teich und den üppigen Sommerblumenbeeten gegenüber, befindet sich der Schönbornbrunnen. Ein hoher Felsenbrunnen mit teichartigem Wasserbecken, hinter dem sich ein beliebter Spielplatz verbirgt.

In die Felsen des Brunnens ist ein großes Sandsteinwappen des Fürstbischofs Johann Philipp von Schönborn eingelassen. Das Wappen sitzt auf einer Pyramide aus Kalkbruchstein und ist mit dem Herzogshut des Herzogtums Franken gekrönt. Neben dem sechsspeichigen Rad des Erzbistums Mainz ist der Fränkische Rechen und die Sturmfahne für das Hochstift Würzburg zu sehen. Im sogenannten Herzschild sieht man den Löwen der Grafen Schönborn über drei aufsteigende Spitzen hinwegschreiten.

Folgt man vom Klein-Nizza-Teich aus einem kleinen Bachlauf, der von Findlingsteinen und farbenprächtigen Blumengruppen eingefaßt ist, so kommt man zum Erthal-Brunnen, der ein wenig versteckt von Bäumen und Sträuchern umstandenen wird. Der Brunnen ist aus Kalksteinfelsen geformt und wird von einem Sandsteinwappen des Fürstbischofts Franz Ludwig von Erthal gekrönt.

Der breite Parkweg überrascht zu jeder Jahreszeit mit neuen Landschaftsbildern. Auf der einen Seite wird er von einer sanft geschwungenen Rasenfläche mit Blütensträuchern, Gräsern und Stauden gesäumt und auf der Anderen von einer malerischen Baumgruppe aus weißen Birkenstämmen die im Kontrast zur immergrünen Randpflanzung stehen.

In Klein-Nizza gibt es exotische Bäume aus Nordamerika und Ostasien zu entdecken. Viele dieser Exemplare stammen noch aus der Entstehungszeit dieses Parkteils. Einige von ihnen sind auch als Siebold-Pflanzen bekannt und beziehen sich auf den in Würzburg geborenen Naturforscher Philipp Franz von Siebold. In direkter Nähe wachsen zum Beispiel die Siebold-Pflanzen Fächer-Ahorn, Katsurabaum und Blauglockenbaum.