Der Panoramaweg Großrinderfeld

panoramaweg großrinderfeld
Tourdaten:
Dauer: 5 Stunden
Länge: 15,4 Kilometer
Tourenart: Rundwanderung
Wegweisung: „LT 8“ - weiße Schrift auf blauem Grund 

Großrinderfeld ist eine Gemeinde in Tauberfranken, die im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs inmitten des Lieblichen Taubertal liegt. Hier wollen wir auf dem Panoramaweg LT 8 über den Häusemer Berg zur Wallfahrtskirche Liebfrauenbrunn wandern und über das Naturschutzgebiet „Lindenberg“ wieder zurück.

Wir beginnen unsere Wanderung am Rathaus in Großrinderfeld. Vorbei an Höfen und Fachwerkhäusern verlassen wir nach kurzem den Ort und laufen hinauf zum Häusemer Berg. Auf unserem Weg durch die Feldflur kommen wir an einem Sühnekreuz vorbei, das einst aufgestellt wurde, weil sich hier, einer Überlieferung nach, eine schreckliche Geschichte abgespielt haben soll.

Fun Fact:
Im Würzburger Heimatkundeblatt „Die Frankenwarte“ von 1935 ist zu lesen, dass eine Schar Burschen und Jungfern aus Großrinderfeld einmal ins Bayrische auf den Neubrunner Markt hinüber gingen, der mit Tanzvergnügen verbunden war. Schon auf dem Tanzboden gab es Eifersüchteleien und Kippelei, was alles auf dem Heimwege in offenen Streit ausartete. Sieben Burschen blieben tot auf dem Platze! Weshalb auch sieben solcher Gedenkkreuze auf dem Platz gestanden haben sollen.

Einen ersten Stop legen wir am Aussichtspunt am Rande des „Madonnenländchens“ ein und sind von dem 360-Grad-Rundblick über das untere Taubertal, den Odenwald und den Spessart begeistert. Mit etwas Glück, so verrät es eine Info-Tafel, kann man hier den roten Milan, der im angrenzenden Wald seinen Horst hat, bei seinem majestätischen Gleitflug beobachten.

Auf dem Kiesbuckelweg wandern wir durch ein ausgedehntes Waldgebiet bergab ins reizvollen Welzbachtal. Entlang des Welzbach erreichen wir auf einem leicht verwitterten Waldweg, die zwischen Werbach und Werbachshausen liegende Wahllfahrtskapelle Liebfrauenbrunn. Sie ist bekannt für ihr Heilwasser, das bei allerhand Leiden helfen soll. Die Quelle und die Entnahmestelle befinden sich direkt unter der Kapelle, in der von Mai bis Oktober jeden Samstagmorgen Wallfahrtsgottesdienste stattfinden.

Wir folgen weiter dem Flussufer. Auf einem sehr naturnahen Weg, auf dem bereits die ersten Schneeglöckchen blühen, geht es hinauf zum sogenannten „Tauberblick“. Hier lassen wir uns unsere mitgebrachte Brotzeit schmecken und haben dabei eine fantastische Weitsicht ins Taubertal mit kleineren Obstbaumwiesen und Äckern und natürlich auf die Tauber, die Sportanglern ein äußerst gutes Fischwasser bietet.

Über einen bequemen Waldweg erreichen wir das Naturschutzgebiet Lindenberg. Hier schlängelt sich der Waldweg durch Trockenrasen und Wacholderheiden. Eine Wanderung durch das Naturschutzgebiet lohnt besonders im Sommer, wenn Fransen-Enzian, Sonnenröschen, Diptam und vor allem die vielen Orchideenarten, die rechts und links entlang des schmalen Weges wachsen, in voller Blüte stehen.

Wir erreichen einen Schotterweg, der oberhalb des Steibruchs von Werbach verläuft und kommen zum Naherholungsgebiet am Beilberg. Hier befindet sich das Naturdenkmal Hungerbrunnen, eine im Sommer trocken fallende Quelle.

Von hier aus geht es auf einem schmalen, steilen Pfad durch einen urwüchsigen Wald, hinauf in die Weinberge von Großrinderfeld.

Fan Fact:
Seit hier vor 180 Jahren die Reblaus einfiel hat sich der Wald viele der früheren Weinberge zurückgeholt und nur die verwitterten Mauern im Wald zeugen von vergangenen Zeiten. Heute sind es nur noch ein paar Hektar auf denen am Beilberg Weinbau betreiben wird.

Auf dem Weg zurück nach Großrinderfeld, vorbei an Weinbergen, Streuobstwiesen, Feldern, Hagebuttenhecken und Bienenkästen machen wir am Aussichtspunkt Schneeberg, der etwas abseits vom Weg liegt, einen letzten Stropp und genießen auf einer gemütlichen Wellenbank noch einmal den herrlichen Fernblick.

Mein Tipp:
Wenn ihr Lust auf diese Wandertour oder einen Kurzurlaub in der Region bekommen habt und dazu die Vorzüge der regionalen Küche mit saisonalen Gerichten genießen möchtet, dann empfehle ich euch das Landgasthaus „Badischer Hof“ in Gerchsheim mit 15 Gästezimmern und einem Biergarten.

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