Der Wanderweg „Wein und Natur“ in Retzstadt

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Tourdaten:
Dauer: 2,5 Stunden
Länge: 6,8 Kilometer 
Tourenart: Rundwanderweg
Wegweisung: „Zwei Schmetterlinge auf einem Rebblatt“ 

Nördlich von Würzburg, in einem der schönsten Seitentäler des Mains, liegt der Weinort Retzstadt. Namensgeber für den Ort ist die Retz – ein kleiner Bach, der mitten durch das Tal fließt. Ich fahre, von Retzbach kommend, durch den Talgrund und sehe alte Mühlen, Fischteiche, Pappelhaine und Kopfweiden, die den Lauf der Retz säumen. Das Tal wird am Nordhang von einem Wald beschattet und am Südhang werden die Sonnenstrahlen in den Trauben der bekannten Weinlagen am Altenberg und Langenberg eingefangen.

Ich parke in Retzstadt in der Nähe des Rathauses und laufe durch ein idyllisches Gässchen am Rathaus, dem Ratskeller und der Pfarrkirche St. Andreas vorbei, zum Ortsausgang Richtung Retzbach. Hier, an der historischen Kelter, startet der Wanderweg „Wein und Natur“.

Auf dem Radweg nach Retzbach, einem Teilstück des ZweiUfer Radwegs „Zwischen Himmel und Erde“, wandere ich am Lauf der Retz entlang und entdecke schon nach wenigen Gehminuten eine Kneipp-Möglichkeit. An einer schattig unter Bäumen gelegenen Sitzgruppe wurde von der Gemeinde eine Einstiegsmöglichkeit in den Bach geschaffen, um an heißen Tagen durch Wassertreten die Füße zu erfrischen.

Ich laufe weiter und komme an der Infotafel „Ökologische Weinbergsneuordnung“ vorbei, an der Tische und Bänke zu einer Rast einladen. Direkt neben der ersten Sitzgruppe biegt der Weg auf einen schmalen Pfad ab, der bergab durch ein kleines Waldstück zur Buchmühle führt. Die ehemalige Mühle liegt an der Hauptstraße gegenüber der Lama-Ranch „Retztal-Lamas“.

Nach dem Überqueren der Hauptstraße führt der Weg durch den Weinberg am Altenberg. Auf einem leicht ansteigenden Schotterweg, vorbei an Lesesteinwällen, wandere ich hinauf zu einem ehemaligen Steinbruch. Hier macht der Weg eine neuzig Grad Rechtskurve.

Der Weg verläuft weiter leicht ansteigend und ich erreiche eine Weinbergshütte, an der ich eine kurze Trinkpause mache und den herrlichen Blick ins Retzbachtal und auf Retzstadt genieße.

Mit frischer Energie laufe ich auf einem Weinbergsweg zwischen Wald und Rebzeilen bis ich einen schmalen Waldpfad erreiche, der zurück ins Tal führt. Dort angekommen biegt der Weg nach links ab. Er führt wieder hinein in den Wald zu einer Lichtung auf der sich ein paar unscheinbare Weinbergzeilen befinden.

Eine Infotafel informiert mich, dass es sich hier vermutlich um den ältesten Müller-Thurgau-Weinberg der Welt handelt.

Fun Fact: 
Dieser Weinberg, in typisch fränkischer „Kopferziehung“, wurde im Jahr 1925 angepflanzt.
Die Rebstöcke sind „wurzelecht“, das heißt, sie sind nicht gepfropft. Zwischen den Rebzeilen haben sich über 70 weinbergsbegleitende Pflanzen angesiedelt, die prächtig gedeihen: Wilde Tulpe, Weinbergstraubenhyazinte, rote und weiße Taubnessel, und viele mehr.

Entlang der Weinbergzeilen geht es auf einem Zick-Zack-Weg hinauf zu einer Sitzgruppe an der eine Infotafel über „die Arbeit des Winzers“ informiert. Hier genieße ich, den für mich schönsten Blick ins Retzbachtal und auf die Buchmühle.

Die Wanderroute durch die Retzstadter Weinlage Langenberg folgt einem wechselnden auf und ab. Und so überrascht es mich nicht, dass der Weg vom Unterlangberg schon bald wieder hinab ins Tal nach Retzstadt zum Weingut Rudolf May und von dort wieder hinauf in die Weinlage am Oberlangberg führt.

Zwischen den Rebzeilen stehen immer wieder Obstbäume, die Äpfel und Zwetschgen tragen, aus denen möglicherweise die Familie Iff auf ihrem idyllischen Hof in Retzstadt ihre Schnäpse brennt.

Ich komme an einen weiteren Ruheplatz, an dem sich eine „Rebsortengalerie” befindet. Auf Metall-Tafeln werden hier die 14 in Retzstadt angebauten Weinsorten vorgestellt.

Auf dem Weg hinab nach Retzstadt begleiten mich immer wieder herrliche Aussichten auf den Weinort, sowie weitere Infotafeln mit Informationen über „die Bedeutung von Boden und Lage“ und zur „Verbindung von Wein und Religion“.

Zurück in Retzstadt statte ich der Pfarrkirche St. Andreas einen kurzen Besuch ab. Sehenswert sind hier u.a. der Hochaltar, der 1728 von Schreinermeister Johann Uhl aus Stetten gefertigt wurde und die Gemälde und Altarblätter des Kunstmalers Sebastian Urlaub aus Thüngersheim.

Man muss auch mal WEIN sagen können

Auf meinem Weg nach Hause mache noch einen Zwischenstopp in Retzbach in der Vinothek vom Weingut Christine Pröstler, um mir einen passenden Wein für meine selbst gebackenen Tomaten-Muffins mitzunehmen!

Tomaten-Muffins

Das Rezept für die Tomaten-Muffins findet ihr in meinem Beitrag: Die 10 Besten kalorienarmen Snacks