Ein Jahr im Weinberg: Mai

weinberg an der homburg

Ist es nicht herrlich! Die Wärme der letzten Tage hat dafür gesorgt, dass die Rebstöcke endlich austreiben. Täglich kann man jetzt die Entwicklung der Knospen beobachten und man sieht: hier wachsen bald wieder Weintrauben!

Der Austrieb ist für die Winzer ein ganz besonderer Moment. Er liefert nicht nur die Basis für gesundes und hochwertiges Lesegut, sondern zeigt den Winzern auch wo noch nachgearbeitet werden muss.

Wusstet ihr, dass die Winzer bereits jetzt erkennen können, mit welchem Ertrag zu rechnen ist und welcher Rebstock eventuell zu viele Beeren trägt?

Rebstock

Damit die Beeren am Ende der Saison nicht nur voller und aromatischer gedeihen, werden noch einmal überflüssige Triebe per Hand entfernt. So bekommen die am Stock entstehenden Trauben mehr Nährstoffe, eine ausgeglichene Verteilung und durch Entblätterung mehr Sonneneinstrahlung. Dadurch sinkt zwar die Ertragsmenge der Gewächse, aber die Qualität erhöht sich.

Mit dem Austrieb machen sich leider auch Schädlinge und Erreger über die Reben her. Da junge Triebe anfällig für Krankheiten wie Echten oder auch Falschen Mehltau sind, müssen sich die Winzer um den Pflanzenschutz kümmern. Dabei gilt, wie bei allen anderen Anwendungen: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig”.

weinberg bei thüngersheim

Vorsicht vor der Kalten Sophie!

Dank viel Sonnenschein und frühsommerlicher Wärme verläuft das Wachstum der Reben gut und auch die Winzer genießen die Sonnenstrahlen, wenn sie sich um die Pflege ihrer Weinberge kümmern. Eigentlich läuft alles prima – wären da nicht die Eisheilgen!

Nachts ist es immer noch kalt und vor allem zwischen dem elften und dem fünfzehnten Mai besteht die Gefahr von Nachtfrösten, weswegen ein genauer Blick auf Wetterprognosen für Winzer unabdingbar ist. Schon bei knapp unter 0°C kann es zu Schäden kommen.

weinberg bei güntersleben

Die kleinen, zarten Blätter rollen sich ein und verfärben sich rötlich braun. Auch die Gescheine, aus denen später die Trauben gebildet werden, sind von den Auswirkungen betroffen und es können Frostschäden entstehen, die sich im Laufe des Jahres nicht mehr ausgleichen lassen.

Um das zu verhindern, greifen Winzer zu unterschiedlichen Maßnahmen. Eine Möglichkeit ist die Verwirbelung der Luft durch Hubschrauber oder das Anzünden von Frostfackeln zwischen den Rebzeilenl, das die Rebstöcke schützen soll.

Es steckt durchaus Wahrheit in der alten Bauernweisheit „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist“

Ihr seht, es bleibt spannend im Weinberg. Also freut euch auf den Juni, wenn wir die Entwicklung von der Blüte bis zur Beere weiter verfolgen!