Von Marktheidenfeld zur Klingelsbach-Schlucht

Blick ins Maintal

【Beitrag enthält Werbung】

Marktheidenfeld liegt am Mainviereck, an der Ostseite des Spessarts und ist durch seine geographische Lage ein idealer Ausgangspunkt für Micro-Abenteuer und individuelle Freizeitgestaltung. In der Altstadt und am langgezogenen Mainufer trifft man fast das ganze Jahr auf Besucher. Die meisten kommen mit dem Rad über den Main-Radweg oder über das Hafenlohrtal hierher. Weitere Besucher kommen auf einem der Flusskreuzfahrtschiffe die regelmäßig hier halten oder mit dem Auto um von hier aus zu einer von fünf kleinen und mittelgroßen Rundwanderung, die auf beiden Seiten des Mains verlaufen, aufzubrechen.

Wir haben uns die Rundwanderung „M5“ zum Kloster Triefenstein ausgesucht, die in Marktheidenfeld am Parkplatz unterhalb der Alten Mainbrücke startet.

Nachdem wir über die Brücke auf die andere Mainseite gelaufen sind, biegen wir links auf die Altfelder Straße, die leicht ansteigend auf den Flurweg nach Glasofen führt. Nach 500 Metern entdecken wir zum ersten Mal die Streckenkennzeichnung unserer gewählten Wandertour.

Der Weg führt über Wiesen und Felder weiter bergauf. Wir bleiben immer wieder stehen und genießen die herrliche Aussicht ins Maintal. In Glasofen, wo noch einige historische Bauernhöfe erhalten sind, die auch heute noch genutzt werden, laufen wir am Gasthaus und an der Kirche vorbei und weiter, der Streckenkennzeichnung folgend, zum Golfplatz des Golfclub Main-Spessart.

Auf der 18-Loch Golfanlage die zwischen Glasofen und dem Weiler Eichenfürst einbettet liegt, machen wir am Loch 8, eine kurze Pause und schauen den anwesenden Golfern beim Abschlag zu.

Fun fact: an diesem 140-Meter langem „Par-3-Loch“ wird von Könnern erwartet, das Grün mit dem ersten Abschlag zu erreichen und mit dem „Putter“ nach zwei Versuchen mit insgesamt drei Schlägen zu beenden.

Golfplatz des Golfclub Main-Spessart

Frisch gestärkt setzen wir unsere Tour fort und kommen auf einem gemütlichen Waldweg nach Altfeld. Wir laufen ein kurzes Stück durch den Ort, dann geht es über Felder zum Altfelder Graben und dort wieder in den Wald.

Von hier ab, bis zum Kloster Triefenstein, treffen wir immer wieder auf mittelalterliche Steinbrücken die über imposante Schluchten führen, in denen sich das Wasser seinen Weg zum Main in den Buntsandstein gegraben hat.

Steinbrücke im Klingenbachtal

Wir sind noch gar nicht so weit in den Wald gelaufen, da umgibt uns ein würziger Duft. Und ein paar Schritte weiter sehen wir ein Meer aus Bärlauch, der hier im Frühling überall an den Hängen des Waldes, neben Buschwindröschen, Lerchensporn und Scharbockskraut wächst.

An einem mit Bärlauch bewachsenen Bergsporn bleiben wir kurz stehen, weil eine Hinweistafel uns darauf aufmerksam macht, dass hier einst die Burg Neuenburg stand, in der einer Sage nach auch Frau Holle zu Hause war.

Direkt neben der Tafel führt ein kleiner Pfad in den ehemaligen Burggraben der Anlage und wieder zurück auf den Forstweg. Und was wir bisher als Bärlauchmeer an den Hängen gesehen haben, wird hier im Burggraben zum Bärlauch-Dschungel!

Bärlauchfeld

Vom Bärlauch berauscht, kommen wir wenige hundert Meter weiter bereits zum nächsten Highlight der Tour: die Klingelsbach-Schlucht!

Wir stehen am oberen Eingang zur Schlucht und steigen hinab zum Wasserfall. Von hier aus blicken wir in eine enge Schlucht, von der das Wasser über ein Felsplateau, vorbei an steilen Hängen und Wänden, hinab ins Tal fließt. Durch die dichten Baumkronen liegt die Schlucht im Schatten und der mystische Anblick wirkt wie die Kulisse für einen Film wie „Herr der Ringe“.

Klingelsbach Schlucht

Neben dem Wasserfall befindet sich eine zweite Wasserquelle, die über einen riesigen, moosbewachsenen Felsen fließt. Der Anblick dieser zwei „triefenden Steine“ ist so fantastisch, dass das Gebiet um die Klingelsbach-Schlucht seit 1992 zum Naturdenkmal ernannt wurde.

Fun fact: Da man hier kaum in die Vegetation eingreift, nehmen Efeu und Waldreben Baumstämme ein und Farne und Sauerklee wachsen auf totem Holz. Neben vielen Bäumen und Heilpflanzen gibt es in dieser nahezu unberührten Natur auch eine große Artenvielfalt an Vögeln und Schmetterlingen zu entdecken.

Triefende Steine

Wieder zurück auf dem Wanderweg kommen wir wenig später zum Kloster Triefenstein, das 1102 als Augustiner Chorherrenstift gegründet wurde und heute von der evangelischen Christusträger-Bruderschaft als Hauptsitz und Ort des Gebets genutzt wird.

Hier endet die Wanderroute „M5“ und wir wechseln auf den Mainwanderweg „M“ der ins Tal führt. Am Ufer des Mains laufen wir das kurze Stück zur Lengfurter Schleuse und beschließen den Mainwanderweg zu verlassen und auf der gegenüberliegenden, sonnenbeschienenen Mainseite zurück nach Marktheidenfeld zu laufen.

Schleuse Lengfurt

Beim Überqueren der Schleuse haben wir einen fantastischen Blick ins Maintal. Wir bleiben ein paar Minuten stehen und erfreuen uns an der Schönheit der Natur.

Direkt hinter der Schleuse beginnt der Radweg, der an den Schrebergärten mit kunstvoll und kreativ gestalteten Gartenhäuschen vorbeiführt. Danach zieht es uns runter an den Main und wir laufen direkt am Ufer entlang.

Mainufer

Hier hört man die Vögel zwitschern, das Wasser rauschen und Bäume wiegen sich sanft im Wind. Wir beobachten Wasservögel und begegnen auf dem schmalen Pfad mit seiner unvergleichlichen Tier- und Pflanzenwelt vielen bunten Schmetterlingen und entdeckt immer wieder neue Blumen und Pflanzen.

Zurück in Marktheidenfeld bummeln wir noch ein wenig durch die Altstadt und lassen diesen herrlichen Tag mit ein paar leckeren Kugeln Eis in der Waffel ausklingen.

Tipp:
Wenn du beim Wandern gerne kleine Micro-Abenteuer erlebst, dann könnte dich auch mein Beitrag „Der Dschungelpfad bei Volkach“ interessieren.